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EMILIE 1 - VITA
VORWORT Der wohlbegründeten Meinung entgegen, dass die Nacherzählung der Familiengeschichte, genauso wenig wie subjektive Erlebnisse, weder als Kunst noch mit Interesse aufgenommen werden können, den Fall von Memoiren bekannter Menschen ausgenommen, stellt dieser Text dennoch den Versuch dar, anhand der persönlichen Geschichte eine Art Reisebericht zu verfassen, der den Leser in verschiedene Gegenden der politischen, sozialen und psychologischen Landkarte entführen will. Vor allem der Einblick in die Psyche soll dabei, weit von einem ´Seelenstrip´ voller Bekenntnisse entfernt, weniger Gesetze des Geistes zutage fördern, als vielmehr eine einigermassen ehrliche Demonstration sein, wie verirrt und individuell wir im Normalfall unsere innere Welt mit irrealen, phantastischen und gänzlich realitätsfremden Versatzstücken auskleiden, und dennoch gesellschaftsfähig bleiben, und mehr noch, diese fremde und exotische Welt meist erfolgreich vor den Augen der anderen abzuschirmen imstande sind; der Technik eingedenk, die manche Memoirenschreiber darauf verwenden, ihre wesentlichen Geschichten im nachhinein in ein günstigeres Licht einzutauchen, wird dadurch entgegen gewirkt, dass gerade die stärker kompromittierenden Punkte, vor allem die weiterhin verpönten Gedanken der Selbstüberschätzung und des Selbstlobes, aber auch Handlungen der Selbstherabsetzung, besonders hervorgehoben werden. Man wird allerdings zu Recht befürchten, dass die Ausführung bei weitem nicht an den Vorsatz heranreicht. Zugegeben ist das Unterfangen gerade heutzutage keine besonders originelle Methode, ausgenommen vielleicht das Bestreben, der Welt keine übermässig zynische oder negative Hypothek anzulasten. Der Autor wäre zufrieden, wenn man ihn wenigstens als bescheidensten Zuträger dieses grossen Projekts der Moderne zurechnen könnte, welches in Marcel Proust einen seiner prominentesten Vertreter und bei Henry Miller in Wendekreis des Krebses, durch das Zitat Ralph Waldo Emersons, sein gültiges Motto findet: ´An die Stelle von Romanen werden schliesslich Tagebücher und Autobiografien treten – faszinierende Bücher, wenn ein Mann es nur versteht, aus dem, was er für seine Erfahrungen hält, das auszuwählen, was wirklich seine Erfahrung ist, und die Wahrheit wahrheitsgemäss aufzuzeichnen.´; da, so möchte man hinzufügen, dieser jemand, konfessionslos, ideologiefrei, ohne allzufeste Überzeugungen und Vormeinungen, aber dafür mit einem grossen Herz begabt, in einer Zeit lebt, die ihm gestattet sich auf die Weise zu entwickeln, um diesen Plan auch auszuführen. ´Bücher könnte ich mit meinen Fehlern füllen, und einige Seiten mit den Fehlern anderer.´ - Wo habe ich das gelesen?
JANUS BEGONGT
Wo ich lerne zu lesen unter den Weibern, schreiten unter den Männern und rechnen unter den Gerechten.
Bevor ich sprechen konnte, las ich schon mit den Augen meiner Mutter . Unermüdlich trug sie mir und meinem ein Jahr älteren Cousin, der sich oft in ihrer Obhut befand, sämtliche ihr erhältlichen Märchenbücher vor, und deren fanden sich viele, war sie doch die Tochter einer Bibliothekarin. Doch ich bin ein Kind der Technik, das heisst der modernen Medizin; zu 90 Prozent; ein Kaiserschnittbaby. Die restlichen 10 Prozent schlage ich den rätselhaften Kräften der Natur zu, denn mitunter hätten sie mich doch irgendwie in die Welt hinaus befördert, hinaus in die kälteste Jahreszeit, den Winter den ich so liebe, die Philosophenzeit. Der Sommer, oder besser die Sonne, ist wie die Frauen: unwiderstehlich körperlich. Jedenfalls war es im Nachhinein betrachtet sehr anständig von meiner Mutter, justament zum Anbeginn meiner Lichterblickung sammt mir beinahe den Bach runter gegangen zu sein. Denn ihr Blutverlust war in einem Moment der Geburt, das heisst, als ich aus ihr rausgeschnitten wurde, mit meinem schon damals zu grossen Kopf, überaus kritisch, wie sie durch die Nebelwand der lindernden Drogen nicht umhin konnte zu bemerken. - Wo ist das Blut! Wir verlieren sie!, rief der diensthabende Arzt. Sie selbst kommentierte später ihre damaligen Gedanken: Ich war in diesem Moment bereit zu gehen, was plagten sie sich so... - Und wie anders als durch diesen allzu frühen Abschied hätte sie sich sonst den Stress mit diesem vermaledeiten Instrument verborgener Machenschaften, welches da in ihrem Bauch gewachsen war, vom Leibe halten können? Und anstatt dass wir beide in den Tod gerissen wurden erstand ich aus ihrem Leibe als ein Kunstprodukt, welches durch eine Laune der Wissenschaften, wie zu deren Ergötzung und Selbstbestätigung, erst technisch zu Ende gezeugt werden musste. Und wieder bewiesen die Männer der Wissenschaft ihre Nützlichkeit. (Aber stimmt das? Hat man nicht Antonio Banderas als leichfüssigen Muselmanen in ´Der 13te Krieger´ ein falsch herum gedrehtes Baby auf die Welt bringen sehen, und muss ich folglich meine Chance anders rechnen? Nur war ich schon richtig im Bauch gelegen, aber entweder musste mein Kopf zu gross, oder der Geburtskanal meiner Erzeugerin zu klein gewesen sein.) Wäre eine Sexualität wie die meiner Mutter, die ja ihr Endziel beinahe verfehlt hätte, in vormoderner Zeit überhaupt möglich gewesen, oder auch nur erlaubt? Pech, dass ihr letzter Mann unfruchtbar war, da ihr Kind ansonsten wohl kein unehelicher Bastard geworden wäre. Und war es bei diesen Zeugungsschwierigkeiten überhaupt ein Glück, dass, entgegen der vorherrschenden Meinung ihres Mannes und seiner Freunde, nicht sie die Unfruchtbare war, sondern dieser Superkünstler und Supersäufer, ein Mythos schon zu Lebzeiten, der kinderlos verstarb bald nachdem ich meine ersten Schritte auf der Welt gemacht hatte? Und war er überhaupt unfruchtbar? Die Statistik stimmt zu. Meine Mutter beschloss jedenfalls, sich nie wieder mit einem Trinker einzulassen. Und was hatte dieser wohl damals von uns gehalten, als er uns Hand in Hand auf der Strasse antraf, meine Mutter in die eine Richtung müssend, ich sie, aus reinem Widerspruchsgeist, in die andere ziehend, ohne auf ihr gutes Zureden, eilig, denn sie hatte es eilig, aber doch liebevoll, zu achten? Hatte er schon damals den Ruch des Fehlens des Vatergesetzes bei diesem Würmlein seiner ehemaligen Frau spüren können, diesen Mangel der später unübersehbar wurde, spätestens als ich meinen ungläubigen Freundinnen im Kindergarten von der abgetrennten Hand erzählte, die auf meinem Nachttisch lebte? (Dieser Nachttisch übte aber tatsächlich eine starke magisch - ästhetische Anziehung auf mich aus, wie so viele Gegenstände meiner frühen Jugend, mitsamt ihren Arrangements. In dem Fall war es die Kombination aus Bett, Nachttisch, der eher ein geschickt plaziertes, mit hellem Stoff bespanntes Brett war, und der Taschenlampe, alles zusammen in einer Nische, in der ich mich ausgesprochen wohl fühlte.) Die Geschichte über den Tod dieses Künstler - Gatten welche ich am meisten mochte war wohl die, dass er betrunken Wasser in den Fernseher geschüttet hatte, was diesen zum explodieren brachte. Meine Mutter machte jedesmal wenn ich darauf zu sprechen kam, mit verzerrten Mundwinkel: äeh!. - Meine Wissbegierde fand in ihren Erzählungen selten Befriedigung. Jedenfalls wurde aus meiner Wenigkeit, Gangmitglied Janus, ein weisser, männlicher Sprecher einiger Standardsprachen. Also das, was nach landläufiger Meinung, mit Millionen weiteren Vertretern dieser ´Gattung´, bestimmt sei, über die Erde zu herrschen. Insoferne war es den ganzen Aufwand vielleicht doch wert gewesen. Dennoch schlug ich, oder besser die Anstrengung mit mir, meiner Mutter manches mal so zu Herz, dass sie wohl noch einige Male Gelegenheit hatte, dieses Moment stoischer Ruhe, wie zum Zeitpunkt meines Auf-Die-Welt-Kommens, zu erleben. Aber wie mit allen Sachen ist es auch mit der Ruhe so: Sie gleicht einem flüchtigen Schemen, der die meisten nur in solchen Augenblicken der äusseren Not streift, um danach wieder einer weniger geruhsamen, man mag sagen aktiveren Denkungsart zu weichen. Meine seit Jahren ehelose Mutter war oft geschäftlich unterwegs, eine für mich teilweise freudige Angelegenheit, denn sie brachte mir jedesmal ein Geschenk mit, um meine Angst vor dem grossen Verlassen - Werden zu dämpfen. Da gibt es einmal ein Geschenk welches mir nicht gefällt. Kann mich an eine grosse Heulszene erinnern, meine Mutter völlig baff, nachdem sie uns diese grossen bunten Masken gezeigt hatte, die sie von ihrer letzten Reise mitgebracht hatte, aber ich wusste dieses mal mit dem lieb gemeinten, vielleicht sogar gewagten Geschenk nichts anzufangen, doch war ich trotzdem sehr bald neidisch auf meinen älteren Kousin, weil der sich der Masken annahm und ihnen anscheinend doch etwas abgewinnen konnte. Es war so oder so eine verzwickte Sache mit mir. Zwar war der Sozialismus, unter dessen Auspizien diese Alltagsgeschichte zunächst ihre Fortsetzung fand, den ledigen Müttern und ihren Bastarden weitaus wohlgesonnerer als vergleichbare Gesellschaften des Westens, in diesen eisigen, verstrahlten 70er Jahren, dennoch konnte auch der kindergartentechnisch durchaus reale Sozialismus wenig bis gar nichts für die Sitten und Gebräuche seines Schützlingsstaates, eines konservativen und katholischen Polens. Ein Bastard - Poet ward geboren worden, und das gehörte gerächt. Ich war aufopferungswillig; doch zunächst einmal in Liebe mit meiner Mutter, und ausserdem noch ungerichtet geil.
A-GEIL Letzteres äusserte sich zum Beispiel folgendermassen: Zu meinen frühesten Erinnerungen zählt ein ausserordentlich klares Bild eines 3-5 jährigen Janus, der unter einem enorm gross wirkenden Tisch in einer blauen Latzhose, oder eher einer blauen Hose mit Hosenträgern, steckte und aus diesem sicheren Versteck heraus seine Lüste erprobte, indem er sich das rote Hemd zwischen den Hosenträgern herauszog, sodass an mehreren Stellen die nackte Haut sichtbar wurde. Dies war sicherlich mehr ein Reiz psychischer als physischer Natur, resultierend aus dem schamhaften Verstecken der ersten autoexhibitionistischen Gehversuche, dennoch wuchsen in mir Phänomene ähnlicher Natur, nach einer kleinen Pause, zu einer beständigen Quelle der Aufmerksamkeit heran. Der Ursprung dieser frühreifen Versuche liegt im Dunkeln. Denn schon bevor ich mich erinnern kann steckten meine Mutter und eine ihrer engen Freundinnen mich und meine Freundin, die Tochter dieser Freundin, gemeinsam in die Badewanne. Sie hofften und planten augenscheinlich früh. Wir schliefen in einem Zimmer, spielten in einem Bach und tollten auf einer Wiese herum. Vielleicht war es nur natürlich, dass ausgelöst durch die Nähe, in der wir eine Zeitlang lebten, auch unsere Körper zueinander fanden.
TRANSIT. FLUCHT O->W.
Doch zunächst war meine kleine, um ein Jahr ältere Freundin nicht mehr da, nachdem wir eine Zeitlang zusammen mit einem grossen, rotgoldigen Aufziehfisch mit beweglicher Schwanzflosse in der Badewanne herumgespielt hatten. Bald darauf traf ich sie wieder in einem anderen Land, denn es war in meinem Mutterlande der Kriegszustand vor der Türe, worauf beide Mütter, meine zog jetzt nach, während des Anbeginns der Revolutionskämpfe, des Kriegszustands, in ein anderes, sicheres Land flüchteten. (Das war nicht schwer, denn keine starken Lasten hinderten ihren Weg.) Was mich und meine Mutter betrifft, war die Auswahl an Fluchtmöglichkeiten enorm. Zumindest Belgien und Frankreich sind mir in Erinnerung geblieben. Es war, als ob meine Mutter für alle Fälle schon viel früher in jedem zweiten europäischen Land eine Flucht-Zweigstelle errichtet hätte. Dabei war es nur das normale polnische Netz, das sich sachte durch Europa wand. Und das erklärte auch, warum wir nicht in einem Land unserer Wahl, sondern einem Land blieben, wo es einen Mann für meine Mutter und einen Vater für mich gab. Ich glaube, sie hatte die Schnauze gestrichen voll von mir, besser gesagt, die Kunst mit mir fertig zu werden die stockte scheinbar. Daheim war es schwierig geworden, nicht nur waren die Regale der Geschäfte leer, patroulierten Panzer auf den Strassen, wurde eine Ausgangssperre verhängt, sondern genas meine Tante, die Schwester meiner Mutter, während dieser Zeit auch eines weiteren Knäbleins, der, da er anscheinend der engen Verschwörung, die mich mit meinem Cousin, auch er ein Jahr älter, verband, so sehr im Wege stand, dass wir seine tapsenden Versuche mit denen er unsere Nähe suchte manchmal mit Spielsteinen vergalten, welche wir in seine Richtung schmissen, während wir uns vorstellten, dass uns ein Feind aufspüren will, oder zumindest eine wilde, lallende Bestie.
Nach Himmelsfahrten im belgischen Atomium, nach Baguette mit Milch auf den Stufen von Sacre Ceur, wir lebten in der kleinen Wohnung einer Freundin meiner Mutter, sie war völlig in Grün gehalten, erreichten wir schliess lich die Neuheimat. Was wir in Paris die meiste Zeit taten wenn wir zuhause waren lässt sich leicht erraten: zu meinen Lektionen in Monatsnamen, den damit in Grossbuchstaben bekritzelten Zettel bewahrte ich mein ganzes Leben auf, die Monatsnamen allerdings, auf polnisch, sollte ich niemals lernen, bedurfte meine Bärenfamilie, es waren drei kleine flauschige Puppen, das absolute ästhetische Highlight dieser Familie war das winzige, dunkelbraune Kind mit geschmackvoll gemachten wirklich winzigen weissen Tatzen, einer mobile Schlafgelegenheit, Decken, eine Lagerstatt, kurz gesagt, wir schneiderten und nähten den Dreien kleine Schlafsäcke aus dünnem dunkelblauen Stoff, der mit einem weissen unregelmässig fliessenden Rauchmuster bedruckt war. Ausserdem war ich durch Mutter angeregt, die Sehenswürdigkeiten aufzuzeichnen, in ein Notizheft mit roten Blättern, die gehalten wurden durch Ringe wie in einer Ringmappe. Der Eiffelturm fiel allerdings so schief aus wie der Turm zu Pisa.
Und zuletzt erreichten wir sie doch noch, nach einer monatelangen Odyssey, in einer Winternacht, um 1 Uhr Nachts, meiner Geburtsstunde, die Neuheimat, vage repräsentiert durch einen, durch den richtigen, Mann, meinen zukünftigen Papa, taschenlampenerhellten grünen Zaun, in einem von einem anderen potentiellen Mann gesteuerten gelben Toyota Jeep, dessen Geländetauglichheit, die ich damals selber erleben und demonstriert bekommen durfte, meinem Geist noch einige weitere Winter lang Nahrung lieferte, vielleicht zum grössten Teil deswegen, weil ich einen verschwenderisch aufgemachten Toyotakalender in Din A2 Format bekam, in welchen ich gemeinsam mit meiner Mutter die Festtage der Familie und Freunde mit kleinen, halbtransparenten roten Toyota - Autoaufklebern markierte. Ein Kind aufzuziehen das war anscheinend Detailarbeit, die eine Mutter alleine nur schwer bewältigen konnte, dazumal mit einem so schwer handhabbaren Kind wie mir, und ohne genügend Geld zu haben. Auf der Reise war ich ins schulreife Alter reingewachsen, vielleicht schon so gestartet.
Allerlei Geschichten über meine frühe Sozialisation verblieben noch in der alten Heimat, bis zu den Zeitpunkten ihrer Heimholung unter die Schädeldecke ihres Protagonisten, was zum grössten Teil ermöglicht wurde durch die Erzählungen mutternaher Frauen. Meiner Mutter selbst hatte scheinbar das Leben die Sprache verschlagen, ich verstand nie, was an der Geschichte unserer Familie zu geheimnissvoll sein sollte, dass sie sich weigerte, darüber zu erzählen, über Dinge also, die mich am meisten interessierten. Auch ihre exzessiven, nicht enden wollenden Lachanfälle wurden mit den Jahrzehnten immer seltener. Wegen diesem ganzen hin und her gefahre schlug ich schliesslich nirgends Wurzeln, ich bemühte mich auch nicht, mir die Strassennamen ums Eck wo ich gerade wohnte zu merken, zu viele Wohnungen waren es schon gewesen, zu unterschiedliche Städte und verliess mich deswegen auf der Strasse allein auf die haptisch-taktil-visuelle Orientierung, wie sie sich durch die Gewohnheit dort zu wandeln ausformte, indem sich meinem Gedächtnis die jeweiligen Charakteristika eines Ortes eindrückten, ohne diesen bei seinem Namen zu kennen.
ERSTE PHILOSOPHIE: DIE RELATION
Durch den glücklichen Umstand eines gut genug funktionierenden kollektiven Dritt-Gedächtnisses ist es möglich, den traurigen, babylonischen Fall meines ersten Wortes, meiner ersten sprachlichen Äusserung zu rekonstruieren. Es geschah ziemlich spät, denn meine Mutter drängte mich anscheinend nicht. Ich verblieb damals alleine mit meiner Tante, einer durchwegs auf traditionelle Weise ambitionierten Frau, was man allein daran erkannte, dass sie noch immer und ewig ihren Mann hatte, dem sie zwei Söhne schenkte, eben meine zwei geliebten Cousins. Und so war es auch sie der es gelang mich zum Sprechen zu bewegen (zumindest ist das ihre Version). Sie drohte mir mit Schlägen, wenn ich nicht sofort irgend etwas sagte, denn sie wusste anscheinend, vielleicht durch die Erfahrung mit meinem ein Jahr älteren Cousin, dass ich sprechen konnte. Ich verstand ja alles. Und ich verstand anscheinend auch sehr wohl was sie meinte denn ich war mir nicht zu schade, wenn auch mit bitterböser Miene, dem Standard - Gesichtsausdruck meiner gesamten Kindheit, durchaus bestimmt "Jajo" zu sagen, was auf polnisch Ei bedeutet. Über diesen Fehler der vorzeitigen Aufgabe meiner Determination, meiner Hartnäckigkeit, bin ich lange Zeit künstlerisch nicht hinweggekommen, was besagen soll, dass ich, ähnlich wie Grass in der Blechtrommel, lange mit dem Gedanken kokettiert habe, was passiert wäre, hätte ich damals mehr Rückgrad gezeigt und meinen Mund gehalten, als kleinen literarischen Witz.
Nun könnte man diesem meinem ersten Wort, da es ja gleich so ein universelles war, rund und mit köstlichem Inhalt gefüllt, irgendeine Bedeutung zumessen, was ich niemals tat. Ja, ich wollte vielleicht sogar die Geschichte darüber gar nicht hören, oder wie es eben mit solchen Geschichten bestellt ist, man hat eigentlich keine Wahl zwischen hören und nicht hören, nachdem einmal die Wissbegierde gesiegt hatte. Es passiert einfach und man bekam Sachen zu hören, die man sich mitunter, wenn überhaupt, in der Phantasie viel schöner vorgestellt hatte. Was dieses Ei des Kolumbus meines Erstwortes betrifft, so förderte eine Recherche nach meinen intensiven Anhaftungen der damaligen Zeit den durchaus plausiblen Fakt an den Tag, dass ich damals nicht nur mit meiner Mutter gemeinsam den Gemischtwarenhändler besuchte, in dessen Feinkostauslage neben den normalen Hühnereiern die viel kleineren weissen, schwarz gepunkteten (schwarzen, weiss gepunkteten?) Wachteleier in beeindruckenden Mengen dalagen, sondern wir diese ästhetisch so viel faszinierenderen winzigen Eier oft erwarben, um sie gemeinsam zuzubereiten und zu verspeisen. Ich war ein Eierfan, vor allem von Wachteleiern, umso mehr, als ich zu dieser frühen Stund Philosoph der kleinen Dinge war, anscheinend als Antwort auf meine eigene Kleinheit. Und sobald es etwas nicht nur in normaler Grösse sondern auch in Miniatur gab, fühlte ich mich sofort für diese mir so gerechte Grösse kompetent bis zur Vereinnahmung. So geschah es etwa mit der kleinsten Einheit des Schlagzeugs (Perkussionsanlage) einer mit meiner Mutter befreundeten Band, und es wurde meine un/praktische (materialistische) Philosophie auch respektiert, zumindest bis auf die Zeitpunkte der musikalischen Aufführungen. Lebte ich doch wie alle Kinder und Philosophen in dem Glauben, dass uns, als Freunde der Götter, alles gehöre (Diogenes). So gesehen scheine ich recht bald zu einer ersten umfassenden Welterklärung, besser: einem universellen Schema, gefunden zu haben, welches ich sowohl lebte als auch, zumindest in meinen Augen, verkörperte, der Philosophie der Relation Gross - Klein. Aber was heisst schon ich: allein meine Mutter konnte auf die subversive Idee einer so einleuchtenden Kleinkindphilosophie kommen und mich darin bestärken. Wurde mir damals nicht auch mein Heinzelmännchentraum erfüllt, als ich eines Abends für diese ein Legohaus unter den Schrank schob, und es am nächsten Tag verschwunden war? Meine Philosophie fand später ihre Fortsetzung in einer Ästhetik der Miniatur, einem ja durchaus geläufigen Phänomen. Es gab anscheinend sonst keinerlei vorgefertigte Schablone für mich, etwa das Gesetz des Vaters, welches sich überall sonst um mich herum so reichlich über meine Altersgenossen ergoss, oder etwa ein Muttergesetz, das ja, da Frauensache, auch nur für Frauen gelten konnte. Mann ist schliesslich Mann und Herrscher, der, vor allem in Polen, alleiniger Gesetzgeber ist. De jure, nach dem Philosophen Gilles Deleuze gelernt, sagen wir einmal, denn man sagt schliesslich auch, dass so mancher Herrscher unter dem Pantoffel stehe, was also bedeutet, unter der Herrschaft seiner besseren Hälfte. Meine Mutter hätte sich sowieso eine Tochter gewunschen. In diesem Fall wäre es auf eine normale Frauenverschwörung hinausgelaufen. So aber traf ich sie anscheinend völlig unvorbereitet, jedoch sicherlich ungeplant. Und als es ein männliches Kind wurde verliess meine Mutter jeder Plan und sie beschoss, nach meiner privaten Mutmassung, aus mir, der ich schon ein Kunstprodukt war, ein Kunstwerk zu machen. In ihrer künstlerischen Freiheit und Grosszügigkeit hätte es ihr nicht einmal etwas ausgemacht, ein schwules Kunstwerk zu schaffen, sie kannte viele nette Homosexuelle und respektierte sie, und aus dem Ton, in welchem sie mich an diesen Teil unseres frühen gemeinsamen Lebens erinnerte, hörte ich sogar den leisen Wunsch danach heraus. So betrachtet war sie von Männern vielleicht doch ziemlich enttäuscht. Doch ich war ein Sturkopf und so durfte ich denn zusätzlich zu meinen Pflichten und Aufgaben auch gegen meine Mutter einen Guerillakrieg führen wie Achill gegen die Amazone Penthesilea (bei Kleist). Sie setzte mich denn auf die Fährte meines Grafiker - Onkels und geschichtsbewanderten, phantomimenden Kalligrafen - Vaters, die mich alle paar Jahre mal in die Arme schliessen durften. Sie waren mir recht, sie waren mir lieb. Vor allem waren sie in ihrer Stadt und ich in meiner. Sie gingen mich nicht viel an.
KRIEG Doch so ganz ohne Beispiel für mein zukünftiges Leben war ich auch nicht. Wie eine Nicole Kidman in Dogville war ich, da vaterlos, schutzlos, nutzlos und hilflos, ein willkommener Märtyrer für das Gemeinwohl und ich übte mich schon mit meinen Spielkameraden im polnischen Kindergarten während eines oft wiederholten fiktiven Zweiter-Weltkrieg - Szenarios, es gab diesen Blockbuster, Vier Panzerfahrer mit Hund, und ich bin über meine Manie für Panzer erst viel später hinweggekommen, fleissig darin, für das Vaterland zu sterben, mit der brisanten Spitze, dass ich, da ich als polnischer Spion eine deutsche Uniform trug, die natürlich nur in unserer Phantasie bestand, von den eigenen Kameraden irrtümlicher Weise erschossen wurde. Tja, zwei Fliegen mit einer Klappe, und das noch 30 Jahre nach den tatsächlichen Ereignissen, die wir nachspielten. Vielleicht war es aber auch mein persönliches Drehbuch, welches ich damals spielen durfte, entwickelt ohne äusseres Zutun, denn noch später erschien es mir durchaus passabel, mit einer so gearteten noblen Geste der Aufopferung meine nagenden Schuldgefühle ob meines Daseins zu beruhigen. Was soll man sonst über das Slavenland meiner Geburt während des kalten Schismas, des Krieges mit diplomatischen und Stellvertretermitteln sagen? Es war ein insektoides Schwirren der Radiowellen und in ihrem Einzug die schweren Maschinen, Diesel, Batterien, Atomkräfte, über Land und unter Wasser. Wir vertrieben uns die Freizeit im Kindergarten auch damit, Flugzeuge (und Schiffe) aus Papier zu basteln, auf deren Rümpfe wir mit Filzstiften Swastikas, genau die damals feindlichen also, geil rumgedrehten, zeichneten. Das war eine grosse Mutprobe, denn wir konnten uns kein grösseres Verbrechen denken als Verrat. Und deswegen, um die anderen zu frappieren, ergänzten einige von uns, nachdem der Unmut einmal entfacht war, die Enden der Hacken mit ihren nächstgelegenen Ausgangspunkten am Kreuz zu einem ausgekreuzten Quadrat und füllten in dessen Inneren zwei diagonal gelegene Felder aus. Voila, es waren daraus die polnischen Farben geworden, Fahne, populous, populi, populo; oder Wade, Wade, Wade wie Gombrowicz vielleicht gesagt hätte, aus dem Sohnland Argentinien. Das unter der Fahne versammelte Wehrvolk am Marsfeld, dank sein den Geschichtslektionen.
Dieses ganze Kriegsgehabe: Wenn man auch die Chance, oder ein Mandat hat auf Weltvereinigung, wie heute die muslimische Welt, dann kämpft man mit unter selbst dann noch, wenn der stärkere potentielle Weltvereiniger einen vernichten kann. Lieber untergehen, als zu akzeptieren, von der Gegenseite einverleibt zu werden und damit die kulturelle Identität zu verlieren, die einem im Grunde genauso wichtig dünkt wie das eigene Leben selbst. Wie eingebildet, kurzsichtig und narzistisch. Lauter Mimosen. Nur die kleinen Drittvölker ergreifen ihre Chance, in etwas grösserers aufzugehen, sofort, oder sie werden mit Gewalt in den neuen Kreis eingezwungen. Also strebt wieder alles auf die Weltvereinigung zu, Alt + Neu, schon wieder versucht? Im 19. Jahrhundert war Paneuropa schon so sehr ersehnt worden, im 20ten, nach Machtkämpfen (äh, hüstl), in immerwährender Verwirklichung. Deutschland ist halt das älteste Rom in statu: Kein Wunder, dass man jedem seiner möglichen Ansprüche auf Menschenvereinigung, wie zur Zeit von den Engländern und Amerikanern betrieben, mit zwei grossen Kriegen begegnen musste, um das einmal Erreichte (? Commonwealth) zu sichern. Das Judendillema/Kriegsdilemma: Konservativ wie sie sind, waren sie auf seiten Deutschlands, also der zweitstärksten Weltvereiniger. Das haben sich die neuen Kräfte (Anglosaxen, Freidenker, Franzosen) nicht gefallen lassen: Notfalls mit Gewalt mussten sie, da offensichtlich den Weltvereinigern zugeneigt, in das neueste Rom überführt werden. Aber unter welchen Opfern! Letztlich haben die Amerikaner mit solch angagierter Hilfe das Sozialistische Bruderschisma aufheben können, mit Hilfe der Juden und des polnischen Papstes, na prost!
MARINE Einfach zu pervers lustig, die Juden: Der Club der Freunde der Weltvereinigung schwimmt zu Lande (Über die Länder, wie man über die Meere schwimmt, auf einer grenzenlosen glatten Fläche)! Eine Weltvereinigung durch die Deutschen wäre auch zu blöde gewesen, weil nicht maritim. Landmacht ist per se, von Haus aus, dumm. Die Engländer sind die wahren Griechen, sagt Deleuze, sie waren Jahrhunderte lang schiffahrende Empiristen. Und heute ist alles eins: Man fliegt zu Land oder zu Wasser, sowohl zu Fuss als auch per Bike oder Motor. Die Österreicher allein, die Kakanier wie Musil sagte, sind wie üblich schon ganz wo anders: Hierzuland wird gebeamt. Aber so auch die Moslems: Was ist an ihnen schon maritim? Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass ich irgendwann einmal anfing zu bedauern, dass das jüdische Volk als einziges, abgesehen noch von den sogenannten Zigeunern, imstande gewesen sein soll, eine kulturelle Einheit ohne feste Landesgrenzen zu bilden, und das erstaunlichste dabei war, dass ich in meinem Erstaunen allein war. Für meine Umgebung war es anscheinend fraglos richtig, dass die Scholle, auf welche das Leben sie beziehungsweise ihre Vorfahren nun einmal verschlagen hatte, ihnen und ihresgleichen gehörte, ein Vorurteil, welches sicherlich den Schwierigkeiten und Opfern, sich darauf zu behaupten, geschuldet ist. Ich hingegen, entwurzelt schon im zartesten Kindesalter, fühlte mich nirgends mehr heimisch, weder empfand ich Solidarität mit meinem Mutterland, noch mit meinem steifväterlichen Vaterland, der Neuheimat, ich war der ewige Jude geworden, verbannt aus dem einen Land, unheimisch im anderen. Ich fand meine wahre Heimat in den Büchern, im geistigen Land, letztlich also genau wie es sich, auf jüdische Weise, für einen Polen gehörte.
Und da stand ich nun am Rande des Gezeitenwechsels, der den Sozialismus implodieren lassen wird, klein und dunkel dachte ich, niemandem vertraute ich, grossherzig war meine Liebe zu den Menschen allein und vor allem zu meiner Mutter, in die ich ein grenzenloses Vertrauen setzte, welches sie auch niemals wirklich enttäuschte. Sie war der Stein, auf dem ich allzeit bauen konnte und das rettete mich für die Liebe zu meinen Nächsten und Fernsten. Aber um noch kurz bei meiner ersten und vielleicht letzten Philosophie zu verweilen glaube ich, dass diese sehr positivistisch war, empirisch, das heisst aus den harten Fakten der Wirklichkeit geschmiedet, nämlich der einzigen Konstante die ich mangels Vatervorbild finden konnte, und zwar meiner damaligen Grösse, und aller anderen Grössen, Kleinen, etc. Mittleren, bis zu Symmetrien und so weiter. Was ich sehen konnte also, oder besser, was in der Anschauung ins Auge stach, dem vertraute ich. Ich war klein, die meisten Menschen rund um mich waren im Vergleich zu mir Riesen. Doch war es wie es mit Philosphien zu sein pflegt ein rein theoretischer Zweig meiner Gedanken, der, ausser dieser vereinnamenden Haltung gegenüber kleinen Dingen, eigentlich keinen Einfluss auf mein Alltagsleben ausübte. Denn trotz dieses Mangels an Grösse hielt ich in Wirklichkeit diese Kinderwelt und mit mir alle anderen Kinder für die eigentlich reale, wirkliche Welt. Es war mit meinem Eindruck wie mit dem allgemein bekannten Mechanismus meinschlicher Selbstkonstrukte, der darin besteht, dass man sich selbst in seiner jeweiligen Konstitution auf alle Fälle für überlegen befindet.
Theoretisch habe ich mich, seitdem ich darüber nachdenken konnte, gefragt, ob ich über diese meine erste Intuition, die mich zum Empiristen machte beruhigt sein sollte oder nicht. Ein Empirist, der von Elfen träumt: Wie kühn. - hätte der Philosoph Gilles Deleuze gesagt, wäre ich Samuel Butler, ein Empirist der Philosophie (Erowhon?). Schliesslich bin ich bei meiner einmal getroffenen Ansicht geblieben, dass zu allen Zeiten alle überall Empiristen, Positivisten waren, und zwar eher weil sie sich als solche benahmen, nicht weil sie sich dafür hielten. Im Gegenteil, es wurden mit Etiketten wie Positivist, Empirist oder Nominalist (Gegenteil von Universalist) lediglich verpönte Randgruppen des sozialen Korpus bedacht, gleichsam als benennbares Analogon, Gegenstück zu im Gesellschaftskörper gelegenen, möglicherweise zweifelhaften Werten, derer man sich schämte. Und wenn Jesus sagte, sein Reich wäre nicht von dieser Welt, dann konnte er doch nur diese Welt in dieser sozialen Fasson gemeint haben, was zumindest für einen weiteren Freispruch durch uns späte Nachfahren hinlangen würde (G.Grass, Blechrommel). Ist nicht das gesamte Christentum eine römische Erfindung zur sklavenfreien Weiterführung der mediterranen Welt, eine Erfindung die, nachdem sie ihre innovative Rolle bald ausgespielt hatte anschliessend durchexerziert wurde bis zur Vergasung? Es mutet an wie die frühe Geschichte der Videospiele: Nachdem einmal das Konzept des elektronischen Hockeys oder Tischtennis´ in der Form von Pong, in der Atari- Version, vorlag, verwechselte der überwiegende Teil der aufkommenden Spieleentwickler Pong mit Videospiel überhaupt, was zur Folge hatte, dass der Markt für elektronische Spiele eine zeitlang wie ein Markt für elektronisches Ping-Pong ausgesehen hatte. Und später wiederholte sich das als Space Invaders Welt. Damals waren ja die Möglichkeiten der Computer noch sehr eingeschränkt und man programmierte um die Beschränkungen des Speichers und der Grafik herum, im Gegensatz zu heute, wo die schier unendlichen Möglichkeiten der Darstellung den Entwicklern ermöglichen ihrer Phantasie freien lauf zu lassen, sodass sie uns auch mit einer nicht enden wollenden Flut verschiedenster Schiesspiele aus der Ego- Perspektive beglücken, nebst dem Haufen immens realistischer Sportspiele. Ach, welch im Grunde traurige Geschichte da herangezogen wird um einen banalen Vergleich zu ziehen. So trist war es um das Christentum ja wohl nicht bestellt. Es hatte seine grosse Zeit, und es hat letztlich triumphiert, wenn auch anders als gewollt, durch seine noch grösseren Kinder, die Techniker, mitsamt ihren Spielzeugen und ihren Substituten für Sklaven- und Frauenarbeit. Ich kann zumindest nicht behaupten meine Mutter wäre keine Jüngerin, oder technikfeindlich: sobald es irgendwie möglich war, schafften wir uns eine Spühlmaschine an, die von uns Kindern regelmässig entleert werden durfte. Sie ging mit uns Sonntags sogar in die Kirche, bis es sich herausstellte, dass wir Kinder das auch alleine konnten, jedenfalls solange bis wir herausfanden, dass, vorausgesetzt man bewahrt einen kühlen Kopf und lenkt die Schritte dementsprechend, die Schillinge zum Spenden sich auch in Süssigkeiten verwandeln konnten, anstatt als Zubringer dieser sonntäglichen Fastenspeisungen beim Sakrament zu dienen, diesem mir doch unangenehmen Ritual, denn ich sah mein Mutter auch niemals zu diesem Behufe vor das Kirchenschiff treten, Gott allein weiss warum. So endeten unsere Kirchenbesuche, auch wenn wir noch eine Zeitlang jeden Sonntag pünktlich um 9.30 h zwecks derselben aus der Wohnung verabschiedet wurden. Noch vorher gelang es meiner Tante, mir noch in Polen einen weiteren interessanten Entwicklungsschub bezüglich der Erforschung meiner Interessen zu ermöglichen. Es geschah in dem Wartezimmer der Musikschule die damals für mich ausgewählt worden war, denn meine Tante war als Frau eines anerkannten Muskers für diesen Fall die beste Wahl um mich vorzustellen und ich war vor unserem Transit in den Westen auserkoren Musik zu lernen, dass ich von ihr eine Vergatterung für die gleich anschliessend stattfindende Aufnahmeprüfung bekam, die darin bestand, mit mir die möglicherweise auftretenden Fragen durchzugehen. Und anscheinend verhielt ich mich ´kooperativ´ bis zu dem Zeitpunkt als Tante fragte was ich sagen wolle wenn ich gefragt werden würde welches Instrument ich künftig hin spielen wollte. Meine Antwort war klipp und klar die des notorischen Neinsagers, unterstrichen durch die trotzig bis böse Miene: "Keines". - Aber so sicher konnte ich mir da nicht gewesen sein, meine Tante spührte offenbar dass es da noch eine geheime Leidenschaft gab und so war es auch. Und nachdem sie mir nach mittlerweile bekannter Manier Schläge angedroht hatte, Schläge auf mir bis heute nicht bekannte Körperteile, gestand ich ohne weiteres Zögern ein, es sein das "Trompette". Das entfuhr mir nach slawischer Art im Diminuitiv, also als "Trompetchen", was aber bei uns durchaus keinen komischen Klang hatte und vielleicht sogar das Fachvokabel im Unterschied zur Tuba oder so war, und darob meine Tante auch völlig zufriedenstellte. Die Mühle meines Schicksals hatte anscheinend schon lange vor meiner Existenz begonnen sich zu drehen und mich zu zermalmen, und allein General Jaruselski, oberster Pole seiner Zeit aus Russlands Gnaden, drehte noch fleissig an allen möglichen Stellschrauben und ermöglichte mir letztendlich, über den Umweg der Panzerauffahrten und Schlägermobs, von denen meine Tante später, als wir schon geflüchtet waren, bei einer Rückkehr vom Einkaufen, eines übergezogen bekam, denn diese uniformierten Jungmänner konnten schliesslich, so voller aggressiver Aufputschmittel, das waren wohl die berühmten Ost-Blocker, nicht mehr Freund von Feind unterscheiden ,den Austritt aus dem angestammten Schwerefeld, einer Brühe aus Herrenwahn und Sklavenmentalität, die sich seit den Zeiten Georg Forsters nur durch die Attacken des Faschismus und dann des Sozialismus bewegen konnte. (Zur Vertiefung der Charakterstudie der polnischen Mentalität sei an dieser Stelle noch einmal auf das Werk von Witold Gombrowicz verwiesen.) So scheint es wohl auch kein Wunder dass, wenn diese Rekruten im Einsatz nichts bewegliches fanden zum Eindreschen, sie sich an Ampelmasten und Hydranten wie besinnungslos aussliessen (frei nach Tantchens Erzählung). Meine Mutter ging von Polen weg. Wir hatten ja auch schon so viel erlebt, uns so gut auf das hin und her gefahre vorbereitet, denn oft begleitete ich meine Mutter wenn sie beruflich unterwegs war, im Flieger bereisten wir die verschiedensten Städte in diesem schönen Binnenland, wir gewöhnten uns daran bei Freunden oder in Hotels zu leben, ich bewunderte sehr letzterer gestärkte Laken und Zimmerservice, und Mutter unterstützte mich dabei, und in ihrer Freizeit tollten wir wie selbstverständlich auf den Extremplätzen dieses seit dem letzten Krieg so grossen Landes herum, zwischen ihren Beinen lerne ich Schifahren und am Strand der Ostsee fing ich elektrische Quallen, kleine Medusen die leichte Stromstösse verteilten, en masse wurden sie manchmal ans Ufer geschwemmt, nicht ungefährlich war es in der knöcheltiefen Gischt nach ihnen mit dem Schmetterlingsnetz zu jagen. Fröhlich entdeckten wir beide gemeinsam die Welt, manchmal war ich unerträglich wissbegierig, in ihrem Arm ruhend wies ich auf einen Gegenstand nach dem anderen und fragte danach: A to? - Sie ging hin, wir schauten uns das an, sie sprach den Namen aus, und oft ging es schon weiter: A to? - und obwohl sie ihrem frei komponierten Erziehungsprogramm einer Entwicklung in alle Richtungen und dem vermeinden von double-binds, so gut es eben ging, und sie war in diesem Aspekt eine Künstlerin zu nennen, zeit meiner Herankunft treu blieb, verzweifelte sie wie erwähnt des öfteren ob der Last, die ich für sie, Alleinerzieherin, darstellte. Und von innen sollte ich eine Musikschule erst wieder in der Pubertät zu Augen bekommen. (vorher Flöte, zur Geige musste ich hartnäckig überredet werden, zähe Verhandlungen, ein ferngesteuertes Auto spielte im zweiten Jahr eine Rolle, ein miniding, süss, wir kämpften dann damit gegen sowas wie Transformers-Figuren die wir aus England mitgebracht haben, eher war es eine Serie Drachen, d.h. Dinosaurier, Tyrannosauros war wirklich der Hit, mit seinen zeit Beinen lief er viel runder als das fusslahme Mammut, es waren metallgestängige Robotergefährte, mit winzigen Cockpits für die Steuermannschaften, meist ein oder zwei Männeken oder Weiblein, unter transluziden roten Plastikkuppeln, und wie sie batteriegetrieben gingen und kreischten, wie schön, tiefes -und-blasses Weinrot das Cassis und grau die Verbindungsstangen und Räder, Knochen, Gelenke. Wir kauften die Dinosaurier in England, vor Ort waren sie nicht zu haben. Zu diesem späteren Zeitpunkt hatte ich schon längst die Musik in den viel berufeneren Händen meiner Kousins belassen, um mich umso eingehender den darstellenden Aufgaben des Lebens zu widmen und musste deswegen manchmal, zu künstlerisch- musikalischen Zwecken, bestochen werden; mit Lego vor allem und Comics; Bücher.)
Und im Neuland fand ich gleich meine Freundin und ganz selbstverständlich nahm sie mich auf und unter ihre Fittiche, in der Schule, sie war in der Zweiten, und unserem zunächst gemeinsamen Zuhause, diesem ZweiMutterHaus, mit zwei weiteren Männern, Papa-Sohn, zeitweilig. Letztere Beiden sollten für mich Permanenz gewinnen. Und einem dritten zweitweiligen Mann.
DOKTOR SPIELE (H-GEIL)
Von da an, im Neuland, ab circa dem 6ten, 7ten Lebensjahr litt ich am "hässliches Entlein" Syndrom. Jedesmal, wenn ich damals in den Spiegel schaute, ärgerte ich mich über meine nirgens einzuordende Fresse: dunkle Haare, braune Augen, dicke wulstige Lippen - völlig anders als meine Cousins, Familie Freunde, aber Ebenbild meines Vaters, der weit, weit weg war, Turk- Mongole aus Russland schloss ich, cool. Dabei hatte ich, abgesehen meinem milden, sich cholerisch gebenden Stiefvater, keinen Anlass zu einem verminderten Selbstgefühl, ganz im Gegenteil. Denn damals blühte zwischen mir und meiner um ein Jahr älteren Jugendfreundin eine zarte Liebe, die geeignet war, uns alles andere vergessen zu machen. Sie, A. war ein geiles Ding so wie ich, aber von ihrer Mutter viel freizügiger erzogen. Wir konnten nicht genug voneinander bekommen. sobald sich eine Gelegenheit ergab drängten unsere Körper zueinander. Ich kann mich an einige Szenen erinnern: Wir spielen im Bach, in Badehosen, sie setzt sich ins seichte Wasser mit gespreizten Beinen und wir beide wissen, sie tut es nur, um nachher in meiner Gegenwart das nasse Höschen ausziehen zu können. Oder, wieder im Sommer, gehen unsere Eltern einkaufen, während wir im Garten spielen. Kaum sind sie aus dem Gartentor sind wir schon nackt und kuscheln uns Geschlecht an Geschlecht in einen Liegestuhl. unsere Freude sind unsere Körper und besonders unsere Genitalien, wir können sie nicht genug bestaunen, anfassen und küssen. genau kann ich mich an ihre kleine Fud erinnern, der kleine unbehaarte spalt der in meiner Gegenwart ständig glüht, wenn man es daran bemisst, wie sie darauf fixiert ist und wie es mir geht. unsere frischen Leiber liegen also über- und nebeneinander im Liegestuhl, wir flüstern uns unendlich zärtliche Liebkosungen zu wobei wir uns siezen, um erwachsen zu wirken. unser Umgang als Liebespaar ist von einer Zärtlichkeit und Rücksichtnahme, wie sie wohl nur kleine Kinder aufbringen können, die sonst keine Verpflichtungen und Probleme kennen. wir küssen uns, pressen Lippen auf Lippen, das ist der ungeschickteste Teil unseres Liebesspiels und ich mag es nicht besonders. da wir die Münder geschlossen lassen scheinen die Lippen durch den Widerstand an den Zähnen abzurutschen und hin und her zu wabbern. Wir lösen uns aus unserer Tuchfühlung um uns zu zeichnen. A. holt den Zeichenbedarf, nackt stehen wir uns gegenüber und zeichnen. Die Bilder sind so wie Zeichnungen von Volksschülern halt sind, nach A. hab ich sie perfekt getroffen. (dann stellen wir uns, mit Papier und Blei 4m gegenüber, nahe dem Sonnensessel auf und zeichnen uns gegenseitig. Ich mag die Zeichnungen nicht besonders, Gekritzel. kann mich nur an ihre Zeichnung erinnern, hoffentlich nicht, hihi, sie ist eine ausgezeichnete Zeichnerin und Malerin.) Unsere Lieblingsstunden brechen an, wenn es ins Bett geht. wenn es warm ist dürfen wir manchmal nackt schlafen, was uns um das Abenteuer des Ausziehens bringt: sonst, um unseren Mut zu beweisen und die Aufregung zu steigern, werfen wir unsere Unterhosen möglichst weit ins dunkle Eck. wir tanzen aneinandergepresst (vorher habe wir die dritte Mutter, die diese nacht über uns wacht, knapp neben der Tür, beim Fernseher ober der Treppe, gefragt, ob wir die Unterhosen offiziell ausziehen dürfen. Sie macht ein angewidertes Nein, oder vielleicht viel sanfter sagt sie gar nicht viel, für uns: nein. gut so?), machen uns Komplimente, jeder Satz scheint nur dazu gemacht, den anderen wohlfühlen zu lassen, ihn seiner Schönheit zu versichern und die Liebe spüren zu lassen. besonders angetan schien sie von meinem Schwanz zu sein. wir sitzen uns mit gespreizten Beinen gegenüber, A. bewundert die Kunststücke, die ich mit meinem kleinen Pimmel machen kann, ein wenig lässt er sich schon aufrichten. mit einem bedauernden Blick an sich herab beneidet sie meine Potenz. In ihrer suche, was man mit ihrer Semmel, wie sie ihr Geschlecht probeweise benennt, machen kann, vergleicht sie es mit einer Trommel, nicht zu unrecht, denn ihre Schamlippen wölben sich schon kräftig über dem Schamhügel, sie versucht, das gespaltene, weiche und haarlose Fleisch zum klingen zu bringen. ich verstehe sie überhaupt nicht, und versuche meine Vorteile runterzuspielen. Nachdem wir aus dem Haus ihrer Mutter ausziehen übernachtet A. noch oft bei uns, wegen umbauten duscht sie mit ihrer Mutter öfters da. Manchmal ist auch mein Bruder Vern bei unseren Spielen mit dabei. A. liegt im oberen Stockbett. Im unteren liegt die vierjährige Ag. schon schlafend (ich kann mich an sie nicht genau erinnern, nur weiss ich, dass ich am Boden und mein Bruder auf der couch liegt - es kann also nur Ag. unten gelegen haben). A., schon nackt, richtet sich im dunkeln hoch oben im Stock des Betts, auf den Knien auf und um uns (d.h. vor allem meinem Bruder) zu zeigen, dass sie sich vor uns nicht schämt, fordert sie uns auf, mit den Taschenlampen auf ihre Fud zu leuchten. Es war schon ein toller Anblick, sie hatte sich schon vorher das Nachthemd über den kopf abgestreift (oder zog sie es nur über den Bauchnabel?), 1 Meter über mir, mich von oben frontal anschauend, als ich, und mein Bruder seitlich, in einem 80 grad Winkel zu ihr, genau auf die ausgeleuchtete Stelle, die sie möglicherweise noch mit ihren Händen, ein grösseres Oval, markierte, hinaufschauten, lange, denn wir hatten damals viel Zeit und sie zeigte sich uns mehr als gerne, wir pochten, unsere kleinen Herzen sehr vor einer allgemeinen Erregung. nachdem auch unsere kleinen Schwänze genügend ausgeleuchtet wurden geht mein Bruder aufs ganze und spaziert nackt herum und kann sich, als Mutter überraschend hereinkommt, nicht mehr schnell genug ins Bett zurückflüchten, um einem klaps auf den Hintern zu entgehen. Auf diese besessene Weise war ich nie wieder gemeinsam mit jemandem so unschuldig und schamlos vernarrt in unsere Geschlechter. Wie und warum unsere Körper voneinander liessen, das kann ich nur vermuten. Jedenfalls kam es durch gewisse umstände, die mir nicht zum Ruhm gereichen und über die an anderer Stelle zu sprechen sein wird, dazu, dass sich unsere Familien seltener sahen. und dann war da noch das letzte mal: Wieder lag A. im oberen Stockbett. Unten war die kleine Ag., schlafend, ich lag am Boden. sobald es uns sicher schien, kletterte ich nackt zu ihr und legte mich auf sie, das war etwas, was sich bei uns eingespielt hatte. Ich kann mich genau erinnern, wir lagen Geschlecht auf Geschlecht aufeinander und ich, auf den Armen aufgestützt, rieb mein Becken gegen ihres. wir waren beide sehr erregt und sprachen wenig und keuchten leise. und während dieser Stimulation bemerkte ich, dass sich in mir etwas zusammenbraute, das mir neu war. Es war, als ob sich vom Schwanz ausgehend Strahlen von ungeahnter Intensität über meinen Körper ausbreiten würden. ich weiss nicht, warum ich plötzlich in Panik geriet. Noch immer auf A. liegend horche ich, als ob ich aus dem Zimmer der Eltern ein Geräusch gehört hätte, obwohl mir A., sichtlich verärgert, ja in angst über die Störung, den möglichen Abbruch, versichert, sie habe nichts gehört: Weiter, weete a, ooo! ihre Beine leichtes Oval, die Knie auf der Decke, bzw. zusammen, wir pickten und zuckten ja von Bauch bis Fuss zusammen, dennoch stieg ich, nachdem wir noch eine weile bewegungslos stillhielten und lauschten, von ihr, die Betttreppe runter flüchte ich in mein Bodenlager. Was sollte sie auch sagen, diese herrliche Pritsche?
A-GEIL Es war, als ob aus heiteren Himmel meine Latenzphase ausgebrochen wäre, die bis zur Maturareise andauern sollte, zumindest was fremde Körper betraf. Oft habe ich diesen Abbruch unserer Beziehung bedauert, und es muss einige Zeit später gewesen sein, vielleicht ein oder zwei Jahre, als ich die nächste Chance, unsere Geschlechtlichkeit wieder aufblühen zu lassen, vorüber gehen lies. Damals übernachtete meine Familie im Haus von A.s Mutter, meiner ehemaligen, ersten Bleibe im Neuland. Ich hatte mittlerweile allein herumexperimentiert und Onanie, das Wichsen entdeckt. in dieser frühen Zeit, als ich noch nicht abspritzen konnte, war das Gefühl, bevor ich kam, fast besser als der Orgasm selber. Es wurde daher ein regelrechtes Ritual, auf das ich mich einstimmte und das ich möglichst lange hinauszögert. Ich war schon im Bett, und erregt weil ich nur Pyjamahosen trug. als ich gerade fertig damit war, die wegen der Hitze unnötige Decke zu einem u über dem Polster zu arrangieren, wie Riesenkopfhörer, kam A. ins Zimmer um mir eine Gute Nacht zu wünschen. Sie kam gerade aus dem Bad und war nackt die Treppe zu unseren Zimmern (ich in ihrem, sie im zweiten grösseren, wo wir nackt tanzten, früher) hinaufgestiegen. Doch ich war anscheinend so mit einigen Teilaspekten meines Körper beschäftigt, dass mich ihr milchig weisser kleiner, mit der deutlich sich abzeichnenden Spalte, sie stand zu meinen Füssen, spreizte leicht ihre Gummi-Fohlen-Beinchen, lasziv, indem sie, Hüften andeutend, ihren ganzen Körper hin und her, zum Sprachrythmus, wiegte. (ob er schon einen Brustansatz zeigte weiss ich nicht mehr aber eher nicht) mich nicht mehr erregte. Nein, Sie, nein, eigentlich schon, aber die Möglichkeit war aus meinem Kopf verbannt. Auf mein beinahe natürlich gespieltes Erstaunen, sie nackt zu sehen antwortete sie, dass ihre Mutter ihr erlaube, nackt zu schlafen. es war, als ob ich das vergessen hätte, als ob ich alles vergessen hätte (ich redete mit Mams nicht über sowas). So wünschten wir uns eine Gute Nacht. Aber auf jeden Fall blieben wir ein Dream Team. Unser Meisterwerk damals bestand in ganzen Bergen aus plastilingeformten Nahrungsmitteln in Miniatur, schön glänzten die öligen Farben, wir kombinierten sie mannigfaltig, schnitten sie auf, verteilten sie, mit Gedecken und Kochgeschirr auch dazu, Brötchen, Obst, Torten, wir verfütterten sie wohl an die Puppen, Quadratmeter nahm das im zweiten Zimmer oben weg, die ganzen aufgereihten vollen Gedecke. Wir schnitten die dicken Brote auf, Sandwiches, Stullen oder Kromki, belegte Brote waren besonders schön, doch schwierig, wenn die einzelnen, verschiedenfarbigen Schichten, Brot, Butter, Gemüse, etc, zu sehr aneinanderpickten, dann konnte man sie nur mit scharfen Gegenständen wieder von einander trennen, manchesmal war uns das trennen dann auch egal, bei Spiegeleiern zum Beispiel, oder ganzen Malzeiten auf Tellern. Leider bekam man beim Verkneten verschiedenfarbiger Stücke nur graue Klumpen heraus die abscheulich anzusehen und zu nichts mehr zu gebrauchen waren.
Doch war ich vom H- (non-Auto-) Sex geheilt. Ich sah sie immer wieder, immer war sie in den darauffolgenden Jahren leicht milde enttäuscht wenn ich, schon in erneuter Ansehung ihrer, mich dennoch immer wieder aufs neue entzog, sie bot sich in immer erneuter Hoffnung an, in der Badewanne, wie schön waren ihre Schultern, im durchsichtigen Nachthemd, mittlerweile hatte sie schon enorm schöne spitze Brüste und einen herrlichen Hintern, war gross gewachsen, reif, bald wohl auch erfahren. Sie aber ist mir irgendwie zum Opfer gefallen, von ihren Schwestern -Müttern früh zum Frass vorgeworfen worden, 60er Jahre- Generation kann man wohl sagen, und konnte nicht zurück.
Ausserdem wollte ich Schriftsteller werden. Warum nicht? Ich dachte nicht, aber skizzierte bald eine kleine Mad Scientist Geschichte, als die Genies noch alleine grosse technische Erfindungen machen konnten, meine schaute aus wie grosse auf dünnen Stangen aufgespiesste Melonen auf grossen Schreibtischen in kleinräumigen ocer und orangefarbenen Labors, blaues Licht lief entlang der Schaltungen dieser sogenannten Elektronengehirnen, ein Computersystem ungeheurer Leistungsfähigkeit, ich weiss nicht wie ich die etraordinäre Rechenleistung wissenschaftlich stützte, irgendetwas mit Inflation des Raums, extra dicht geschaltete Kreise. Schön war auch die Geschichte Claudia gs, süss prall, meine Princesse des Lettres, das Buch Simulakron3 referierte sie in der Klasse, und ich baute eine Welten- Simulation in diesem geheimen Superkompi, es waren etwa Steinzeitkulturen, viele verschiedene Welt- Oberflächen mit unterschiedlichen Startbedingungen waren geplant, miteinander vernetzt, oder auch nur eine, meine Phantasie reichte nicht weit, und ich diskutierte deshalb die Pointe die mir halt einfiel: Sollte ich anfangen, die Komputermännchen zu quälen? - Was besseres viel mir nicht ein, es war auch so mühsam genug, die Gedanken beieinander zu halten. Ich träumte viel und zeichnete viele dieser neumodischen Taschenrechner-Minicomputer, manche haben mehrere Zeilen, bald auch Grafik jenseits des Ansi Zeichensatzes, meine schauen aus wie die heute schon wieder veralteten Psion Handhelds zum aufklappen, mit vielen vielen Knöpfen auf beiden Klapphäften. Mein wirklicher Microcomputer von Sharp hat eine Schriftzeile, es war knapp kalkuliert, 1000 Schis kostet er, zirka 70 E also.
Ich fand aber noch andere Spiele.
HASTINGS Janus-T-mod 'ur, uruk, keine- Comics- Pharao der vier Erdteile Echnavivton hat mir gezeigt, in Hastings, ein Monat lang: Das Aufklärungsbuch mit detailierten, wenn auch schlampig ausgeführten Zeichnungen, seine ganze grosse Bibliothek stand mir, Spielecke inklusive, im Wohnzimmer mit dem grosszügigen Küchen- und Esseck, allein oft, zur Verfügung. Ferner zeigte er mit seine kleine braunhäutige Tochter Esa, die nebst Juniorjanus in seinem Hause daheim war, und sie liebte mich bald heiss, sie war damals mein. Beinahe nur noch in der Betrachtung, des, für mich, geilen Buches, auch ein wenig ihrer kleinen süssen hellbraunen Mutter, den lustigen Auslandsstudentinnen, eine gab mir zum Abschied einen Kuss, Lipstick, ichschaubös, kurz im Mittelpunkt, überglücklich, sie waren einfach riiieessig!, aus Frankreich, und so schwieg ich zu den sich monoton wiederholenden öffentlichen Deklamation meiner süssen Kleinen: Esa loves Janus, - deutlich ist unser Altersunterschied, mittlerweile bin ich 11, doch deutlich geringer als der zu den In-Der-Höh-Studenten-Schülerinnen, so gross, die zwei. Wische den Lipstick von der Wange fort, den mir die eine als Abschiedsgeschenk drauf gedrückt hat, extra zog sie dazu vor meinen Augen mit dem Grossen Roten ihre Lippen nach (retro(uve) PL, Vor allem der Ehefrau Radioohrwurm, Madonnas Papa don´t Preach, Who's that lipstick on the glas?, ich glaube polnische Künstler, 80er Jahre.). Ein würdiger Abschied von Janus der Fliege, die Pharaonenfamilie vor Ort lacht glücklich, kein einziges Mal bin ich pünktlich zum Frühstück erschienen und durfte jedesmal die schon längst erkalteten Toastscheiben essen, dieses weisse Ekelbrot der Engländer, verwichst und müde stand ich erst auf, als das Leben im Haus schon längst begonnen hatte, als die Kinder, ich spürte sie in Unterwäsche neben meinem Bett vorbeihuschen, für 9 in die Schule geschickt worden waren. Voll Heimweh bin ich einmal zum Strand hinuntergegangen, und dort habe ich so lange in die Brandung geschaut, bis mit einem Lichtblitz die Augen sich vor der Überlastung schützten. Mir gefiel der Flash, aber wiederholt habe ich ihn nicht, zumindest nicht besonders in diese Richtung gestrebt. Und ständig wechselt mein Schlafplatz, zusammen mit Esa nebeneinander auf dem Dachboden dicht bei der rückwärtigen Wand, unter einem schrägen Fenster, finden sich unsere Körper mühelos beim Raufen. Da ich mich immer von Verwicklungen fernhalte und gerechnet ihre Liebe zu mir findet sie, wesentlich jünger als ich, darin wohl ein Mittel der Initiative. Doch ganz ohne Umwege geht das nicht, ich bin Gymnasiast, wenn auch erst nach der ersten Klasse, sie ist in der zweiten oder dritten Klasse der Elementarschule, und wir erfinden also das Spiel, uns abwechselnd aufs Bett zu stossen oder zu ziehen, wobei wir uns an den Händen, oft an den Gelenken, halten. Und während wir uns mit untergeschlagenen Beinen gegenüber sitzen leuchtet das Mondlicht ihren nackten Schoss mit dem kleinen Spaltansatz aus. Zeit meines Lebens hatte ich ein besonderes Faible für die doppelte Rundung eines Mädchens, dass die Beine angezogen hat, die geknickte Hüfte, wie ein Dreiviertelvoller Ball, und die Elliptische Rundung der Beine, wenn sie in den Knien gebogen sind. Esa trägt beim Schlafen immer nur ein Hemdchen, welches knapp ihr süsses, volles und rundes Bäuchlein bedeckt. Ich schubse sie mühelos um, oder ziehe sie, manchmal unterstützt sie mich mit einem Sprung, auf mich. Wenn ich auf ihr liege verschwindet sie fast völlig unter mir, ganz dicht sind unsere Gesichter zueinander, wir keuchen und lachen uns an: U like that wha? - flüstert sie glücklich, doch erregt und unsicher, ich kann nur grinsen, wir richten uns wieder auf und mit einem Stoss schubst sie sich auf mich, liegt auf mir während ich ihre Gelenke halte, sie höher auf meinen nackten Bauch ziehend, ich habe nur Pyjamahosen an und ihr nacktes Geschlecht schmiegt sich an den ausgebuchteten Stoff, nur leicht reiben wir uns aneinander, es muss ein Spiel für mich bleiben. Beim nächsten mal ziehe ich ihr das Hemd rauf, während ich sie an den Seiten haltend auf mich werfe, nackt und heiss liegt sie auf mir, Haut auf Haut, nur leicht an den Seiten streichle ich ihren kleinen Popo und ihre Flanken, sie umarmt meinen Kopf: Esa loves that. Esa loves Janus! - SIe gibt sich mir also deswegen hin und ich sonne mich in ihrer Liebe, es ist mir aber auch peinlich, besonders da ich mich nur für ihren süssen Körper interessiere, meine Spielkameradin ist sie, wie A., es ist wie damals mit A. nur ein weiteres Spiel, wenn ich mir auch seiner aussergewöhnlichen Qualität bewusst blieb sowie meiner Anhaftung, aber viel stecken wir auch Lego-Steine zusammmen, unsere Vertrautheit stammt in erster Linie aus der Spielecke, wo wir gemeinsam konstruierend, sie baut sehr elementare Formen, der Musik aus dem mütterlichen Radio lauschen. Wie geniesse ich sie, und wenn sie schläft schmökere ich im Aufklärungsbuch, errege mich, nackt durchs Zimmer laufend, und stelle mich zu ihrem Bett, sie und Janus Junior schlafen schon fest, er auf der Seite, sie am Rücken, ohne Decke, und ein einziger Blick in sie hinein, sie schläft auf dem oberen Stockbett, leicht spreizen sich ihre polynesischen Beinchen, mein Gesicht 30 cm von ihrem Schoss entfernt, genügt damit ich orgasme, und hätte ich abspritzen können, ich wäre genau über Junior im unteren Bett gekommen.
Der Englandaufenthalt verhilft mir in der zweiten Hochschul- Klasse zum einzigen Einser auf eine english- Schularbeit ever. Doch schon im zweiten Halbjahr nur mehr 5er, keine Nachprüfung, ich war innerhalb eines Jahres sprachlich von 100 auf 0 gekommen. Rien ne va plus. Nach wie vor hallt in mir Mutters Befehl zu Beginn der ersten Klasse in den Ohren, wir waren auf der Alserstrasse in einem grossen Laden Schulzeug kaufen, ich müsse jedenfalls in Englisch Einser schreiben. Ich hatte andere Sorgen und Nöte.
SPIEL C64 - 1987
Mit meinen Kousins war alles besprochen. Sie spitzten zwar eher auf einen, polnisch-stylisch, Atari 800XL, aber bitte: Ich war im Deutschsprechland: Nach einigem Suchen fand sich ein Sonderangebot: ein C64 II um 2.700 österreichische Schilling, nicht ganze 200 E, statt den 3 Blauen, um die er sonst in jedem Herlango oder Niedermayer zu haben war. Es war eins dieser Geschäfte auf der Mariahilferstrasse, die man heute, zumindest dort, selten sieht: zwischen Jeans und Geschirr lagen Taschenrechner und Uhren. Ein proto-Türk-Inder wie man ihn heute noch in Paris findet. Mein Vater half mir beim Einkauf, es dauerte ein Weilchen, bis alles bereit war. Das Floppy-Laufwerk 1541 kostete wie üblich 2.990 oes, es speicherte auf den grossen, weichen 5 ¼ Zoll Disketten 170kb auf jeder Seiten, zum lochen der Rückseite benutze man gewöhnlich eine Schere oder einen speziellen Diskettenlocher. Während wir warteten, das Geschäft war erstaunlich gross, es wirkte wie Gerngross ohne Stöcke, Hofer- Stil könnte man jetzt sagen mit den halbhoch gestapelten Waren, schlossen wir Bekanntschaft mit einem Freund des Ladenbesitzers und seinem Sohn, Österreicher. Er war ein freundlicher Mann in mittleren Jahren, stämmig und leicht ergraut, es fehlte ihm das äusserste Daumenglied seiner linken Hand. Auch die beiden hatten vor kurzem den C64 erworben und sie luden mich ein, sie am nächsten Tag zu besuchen. Nachdem der C64 samt Diskettenlaufwerk im Auto untergebracht war besorgten wir für die grafische Ausgabe einen 36 Zoll Fernseher beim Niedermayer, den gibt es, leicht versetzt noch immer, der neben dem Antennenstecker auch Chinch-Eingänge hatte. Insgesamt kostete das ganze System um die 10.000 Schilling, ca. 650 E. Von den ganzen noname und marken Disketten, meist abgepackt zu 10 Stück, ganz zu schweigen. Ich bin nur einmal, am nächsten Tag, bei dem Freund des Ladenbesitzers gewesen. Sie wohnten gegenüber dem Importgeschäft in einer dunklen kleinen Altbauwohnung. Zuerst zeigte er mir Anfänge eines in der Programmiersprache Basic geschriebenen Programms zur Sprite-Bewegung. Ein kleines einfarbiges graues Wohnwagensprite huschte schnell von einer Ecke des Bildschirms zur anderen, durch die Fenster war der grasgrüne Hintergrund sichtbar. Mir wurde erklärt, das werde eine Landkarte, die zwischen den Urlaubsvideos die Routen des echten Wohnwagens demonstrieren soll. Unübersehbar klar war die Rolle des Familienvaters, der plant, während sein Sohn mit den ausführenden Aufgaben beladen wurde, sei es am Bildschirm oder im Camp, und der wirkte dementsprechend gelangweilt (augenzurollend, mir). Wir beide allein gingen dann schnell zu den Spielen über. Der blasse Sohn hatte, unvorstellbarerweise, ´Defender of the Crown´ ein kürzlich für den Amiga entwickeltes Spiel, welches B -Movies, etwa Ivanhoe und vor allem Robin Hood, imitierte. Ich hatte nur von der Amiga- Version gehört, die wunderschönen Burggraphiken in Magazinen gesehen, sie waren fast so gut in einem Film, immerhin 320x300 Pixel bei 32.156 Farben, nur um einiges statischer und steifer, die Animation der Figuren, das heisst sämtliche Bewegungsabläufe mussten Bild für Bild gezeichnet und gespeichert werden, 3- Dimensionale Grafik mit ihren flüssigen und speichersparenden Bewegungsabläufen war noch lange nicht in sicht. Ein IBM-Compatibler PC fuhr damals oft noch vier-Farben-CGA Grafik und der C64 schaffte nur knapp mehr als die Hälfte der Amiga-Auflösung, in 16 Farben. Die ersten Amigas hatten 256kb RAM, damit liess sich noch nichts anfangen und so bekamen sie bald ab Werk 512kb RAM mit, das auf 1Mb oder gar 2Mb aufgestockt werden konnte. Ein C64 hatte immer nur 64kb, minus Betriebssystem waren davon 38kb RAM netto für die Anwendungen verfügbar. Dementsprechend anders nahm sich das Spiel aus, und doch war es im Vergleich zu den anderen C64er- Spielen grafisch und spielerisch herausragend. Das lag vor allem an dem guten grafischen user-interface (GUI): ein kleines Menü mit untereinander aufgelisteten Handlungsoptionen, wie *make tournament*, *go raiding*, *move army* ganz ähnlich dem des legendären Pirates!, nur dass es sich über einer politischen Landkarte Englands im 13. Jahrhundert befand, und nicht in der Caribik des 17ten. Auf der Mappe waren die kleinen Wappen und Pferde als Icons über die Provinzen verteilt, um welche ein sächsischer Fürst (der Spieler) mit seinen Genossen im Norden gegen die Normannen, die Eindringlinge von Hastings 1066 im reicheren Süden des Landes, stritt, bis das Land wieder geeint war und Robin Hood mit der zwischenzeitlich versteckten Krone herausrückte. Ein interessantes Thema wählte da der Jankee Bob Jacobs, der Chef der Softwarefirma ´Cinemaware´, welche ´Defender of the Crown´ produziert hatte, für sein Spiel-Debut auf dem Software- Markt. Das war auch etwas holprig zustandegekommen: nachdem er das Konzept mit seiner Frau ausgearbeitet hatte beauftragte er Programmierer mit der ursprünglichen Amigaversion, während er mit den Vertreibern bereits einen fixen Auslieferungstermin vereinbart hatte. Als Jacobs davon nur noch 2 Monate trennten und sich seitens der Programmierer, die mit dem damals neuen Amiga, einem Grafikwunder, und dem neuartigen, technisch aufwendigen Design des Spiels völlig überfordert waren, nichts rührte, gab er einem bekannten Programmierer viel Geld, damit dieser in zwei Monaten mache, was seine Vorgänger in einem halben Jahr nicht geschafft haben. Dementsprechend viele Feinheiten gehen der Amigaversion ab, die zum Beispiel in der C64 Version verwirklicht sind, vor allem im Feinschliff der strategischen Benutzeroberfläche und im Handling der zwei Action-Sequenzen. Obwohl das auch an der Amigamouse lag, welche ebenfalls neu im Spielgenre war, beim Schwertkampf klickte man nur wie besessen die linke Mousetaste, es war wie bei den damaligen Sportspielen. Aber eine Amiga hatte ich damals noch nicht. Ohne Anleitung und nur mit einem Joystick in der Hand fragte ich lang und breit Ursula R. (nie Uschi; dünn, fohlenschlacksig, blond, grosse Brille, cremefarben - meine Mädis), eine meiner Freundinnen mit heller Stimme, über die Spielweise, sie spielte es auf dem Amiga ihres Bruders, mit der Maus und versuchte das Spiel lediglich mittels des Tournaments, da war die Mouse echt brauchbar, zu gewinnen. So dauerte es eine Weile bis ich bei dem Spiel mitkam, das english shakespearisch angehauchte, schwer für mich Banausen, und feierte einen kleinen Triumpf (Wochen, Monate, Jahre später?) als ich mal dann mal gewann, ca. inner 2 1/2 Stunden Session. Cinemaware und Bob Jacobs waren in jeder Hinsicht Vorreiter. Als die Spiele noch lange Zeit auf Disketten und Kartridges, das Standard- Format der Spielekonsolen, ausgeliefert wurden begannen sie, Spiele für CDs herauszubringen, zu einer Zeit also, in der die meisten Spieleentwickler dem damals neuen Medium noch skeptisch gegenüber standen, denn auf CDs war in den 80er Jahren nur Musik erhältlich. Und verschuldeten sich und bankrottierten. Es dauerte dann zirka 15 Jahre, bis Fans von Cinemaware die Firma neu gründeten und ein ´Defender of the Crown´ in 3D produzierten, ein Experiment welches gelang, und so können wir uns noch auf viele Neuauflangen der alten Spiele freuen.
Aber die Geschichte des Amigakaufs ist noch wilder. Ein Gerät mit verschiedenfarbig getupftem Limited-Edition Design, lauter Pastellblasen, oder -ballons, es gab noch das eckige Design, bekam ich durch Zufall, wie auch Beharrlichkeit, v.a. seitens Paps.
Überspringen wir einiges, Schule, viel Fasten v.a., und kommen wir zum nächsten langen Festen:
VRON
(Begegnung beschreiben)
Und als ich mal damals, viel früher, so einen besonders geilen Punkt bei Vron erwischte frage sie dann, verblüfft: was hast du gemacht (ratlose Miene, kleines oo ihres Superschmollmunds, in Dicke meinen Lippen kongenial, uu wie frass ich seee)? - Ich, schulterzuck. Ich wusste es ungefähr, ich habe sie wieder einmal sehr lang, sehr zärtlich untersucht, jeden Millimeter, ich glaube jeden Nanometer ihres zweiten Rosas, innen einige Zentimeter, diese interessanten breiten inneren Auspolsterungen, aussen sowieso, gefühlt gedrückt, geschmiegt, gepocht, mit dem Finger, Fingern, Ballen, Hand, sehr sehr genossen, Sie. Und sie auch, wir waren sehr sehr vertraut, ich glaube es gab keine Stelle vom Nacken aufwärts (da sicher. aber vom Nabel, hm, noch tiefer eigentlich) , die ich nicht geküsst, befühlt habe bis dahin, ihr A- Loch nahm ich aus, aber auch gern bettete ich meinen Kopf in ihren Schoss, Hautnahaufnahmen, die gleiche Distanzlosigkeit mit ihren Schenkeln wie Gesicht zu Gesicht, Hände. Ihre Hände liebte ich immer, schlank, elegant bis zum Verzücken, pures immerwährendes Studium manus, ihre Füsse, Schenkel, Waden, Fesseln, kleine Füsschen, wenn es ging, das hat sie auch irritiert, pedophob, aber sie hatte es doch recht gerne, und immer nahe am KizikiziKitzel, das konnte sie nicht gut vertragen, oft tat ichs nur, sie kitzeln, um ihren Körper von alleine schnellen zu sehen, Sohlen, Rückenstellen, Flanken, sie verdrehte dann nämlich ihren herrlichen Körper besonders weit. Sie dann: Pfauch, auio, hh, schiiia - Jedenfalls: Ich habe nie wieder danach gesucht, mit ganzem Herzen. Es war mir peinlich (wie lustig!). Wenn sie es selbst nicht wusste! Ich glaube, sie ist da das erste mal mit mir tatsächlich über die potentielle Steigerung des Ausmasses ihre Geilheit erschrocken gewesen. Sie hat mich auch nie danach gefragt, nur wortlos gefleht und ich musste es immer auch verbal mit ihr treiben, ansonsten fühlte ich mich gelangweilt. Also musste ich einfach weg von ihr, konnte nicht mehr. Ich glaube ich habe sie verraten, weil sie mir zu früh ihre körperlichen Genüsse im vollen geschenkt hat. Nach einem Jahr, es war trotzdem zu früh, ich drängte sanft, sie mich halten wollend, mittlerweile 18 geworden, kauften wir in meinem Billa unsere erste Schachtel Kondome, standard, rote Schachtel.
Martin g hat es geschafft, Vron und mich auseinander zu reissen, zu dem Zeitpunkt, als wir für einander Gift geworden waren. Der zweite, richtige Bruch, nach dem Sex. Der Sex stimmte nicht, und ich war so in ihr gefangen dass ich anfing, sie zu hassen. trotzdem konnten wir uns nicht trennen, wegen meiner Liebe und Vrons Trägheit, da zu dieser Zeit Vrons Liebe aus o.g. und vielen anderen Gründen schon abgekühlt war (Ich zu ihrem Onkel-Gastro: Ich werde wahnsinnig!, lautlos: "wegen dem Geld rund um mich, ich wollte sie, nicht was ich sehn muss!!", grosse glasige Augen, vom Sex gejagt, Geldjagd, tret tret). Tja, so sind wir Lustigen, sweet. Manche muss man aufzwängen, manchen Offenen muss man zeigen wie, sehr singulär, Einstellungssache, Einfühlung.
Als Vron mir Botho Strauss gab (von Judith?), sagte ich im Brustton der Überzeugung: Jetzt brauch ich nicht mehr zu schreiben, schau, alles da (das SCHREIEN!). Aber wie so oft denke ich auch an die Canetti Geschichte: Elias kommt, in ihrem Bücherschrank, ganz hinten, endlich auf den Georg Büchner (konnte er ihn wirklich nicht gekannt haben?). Veza: Musste ihn verstecken, weil wie hättest du sonst noch schreiben wollen oder können? Und Vron schleppte mich mit, wohin ich nicht gewollt habe vor ihr. Aufgesogen hab ich´s: Lokale, Freundeskreise ausserhalb meiner Spieler, Tarantino- Kino, das Englisch war auch schwierig damals.
UNIVERSITAS
Als ich im Oktober 95 auf der Uni Wien inskribierte, war es nicht viel mehr als die für kurze Zeit unterbrochene Schulzeit, die ich eher zufällig wieder aufnahm. Zufällig war der Ort, nur eine halbe Fahrtstunde von dem Wohnort entfernt, wo ich die letzten 15 Jahre meines Lebens verbracht habe, und genauso weit entfernt von dem neuen, einer zwei Zimmer Wohnung eines Freundes, den ich in der vorletzten Klasse des Realgymnasiums kennegelernt habe. Trotzdem war vieles anders. Ich hatte die Matura mit viel Mühe geschafft, hatte einen sieben monatigen Abenteuerurlaub beim österreichischen Bundesheer hinter mir und nicht zuletzt war ich das erste mal in meinem herangewachsenen Leben in kontinuierlichen engen Kontakt mit einem Mädchen getreten. Auch habe ich nach Beendigung des Bundesheeres fast ein halbes Jahr im Dienste einer Leihfirma verschiedene Industriebetriebe unsicher gemacht, um den regulären Beginn des Studienjahres im Oktober abzuwarten, ich versank dabei zwischendurch in die Anschauung der grossen, verschobenen Warenmengen in Lagern, Fabriken und Werkstätten. Ich betrat also die Universität als jemand, der fest verwurzelt in einer Stadt und in Freundeskreisen, die sich während der Schulzeit und während der Maturareise herausgebildet hatten, war. H.C. aafochso, mit dem ich fast während der gesamten Oberstufe im so nicht genannten *Loosers-Club* assoziiert war, diese Spaltgruppen der Klasse bestand im Kern aus jeweils einem Sprach-, Mathematik-, Gedächtnis- und darstellenden Künstler, dabei war ich wohl der Clown der Runde, der Courier. Er führte mich also behutsam in den Universitätsbetrieb ein, in welchem er sich kurz zuvor mühsam zurecht gefunden hatte. Mir ist ein Erforschen auf eigene Faust wie immer erspart geblieben, nie durchdrang ich Sphären des Gesellschaftlichen, in die ich mich nicht von anderen einführen liess. Ich erlebte deswegen nie die Unsicherheit eines frischgebackenen Studenten, wie so viele andere, vielleicht auch aafoch selbst, ein zäher Knochen, und dauernd begossen wir unsere Siege mit fliegenden Fahnen. Ich befand mich aber auch nicht zwecks irgendeines besonderen Auftrags da, keine Allüren die mit wie auch immer gearteten Statusveränderungen einhergingen. Für mich war es damals eine klare Sache, dass Bildung zu den Grundrechten der Menschen einer zivilisierten Gesellschaft gehörte. Hm, es war wohl der sozialistische und kindliche Zaubermantel. [Fischgott Geschichte]. Manchmal wird scherzhaft bemerkt, es gäbe nur zwei Industrien: Die Hervorbringung der Güter, die zur Befriedigung der Grundbedürfnisse dienen, und die Unterhaltungsindustrie. Nach einem solchen Schema zählte für mich damals die Universität eindeutig zu ersterer. Nichts desto trotz war ich mir meiner unmöglichen Situation bewusst. Eindeutig nicht auf dem Wissensstand eines durchschnittlichen Maturanten eines Gymnasiums, geschweige denn eines angehenden Studenten, ohne ausreichende finanzielle Sicherung seitens der Eltern, war ich nicht angetreten, um den Status Quo der Familie aufrecht zu erhalten. Wenn es überhaupt möglich war, meinen Status zu beschreiben, dann war es der eines homo novus, ein Ausdruck, der mir noch von der Cicero-Lektüre in der Schule geläufig war. Aber passender war Privateer, denn ich erstrebte nicht Würden und Positionen, die mir wegen meiner materiellen Lage angemessen gewesen wären, und die mir etwa lediglich aus Mangel an Angestammtheit bislang verwehrt gewesen waren. Es war eine doppelt unmögliche Position, in die ich mich mit aller Gemähligkeit hineinmanövrierte. Immerhin war ich mittlerweile 21 Jahre alt und hatte, wie erwähnt, weder das geistige noch das materielle Rüstzeug für einen längeren Aufenthalt in der geschützten Stätte der Universität, dieser Eliteschmiede. Ich war es hinlänglich gewohnt, als ein bescheidener Affrond überall anzuecken und meine einzige Entschuldigung für den eingeschlagenen Bildungsweg war, dass ich es schlichweg nicht anders wusste. Schon meine Mutter hatte ein Studium angefangen, die meisten meiner Freunde waren in irgendeiner Weise mit dem akademischen Leben verbunden, entweder als Studenten oder als Abkömmlinge von Akademikern. In der Tat legte ich an meine Freunde immer ganz andere Messlatten als an mich an. Wahrscheinlich in der unbewussten Hoffnung, auch einmal mit eben diesem Mass gemessen werden zu können. Was war denn nun das Rüstzeug, mit welchem mich das Leben gewappnet hatte, als ich da in der Warteschlange zur Erstinskription, Zulassung zum Studium, stand, unter den Fittichen und begleitet von den fürsorglichen Argusaugen aafochs? Die Schlange war übrigens nicht lange, da es ziemlich früh war, sowohl von der Tageszeit, als auch von der Inskriptionsfrist her. Auch später ward ich niemals mit den Beschränkungen einer Massenuniversität konfrontiert. Ich habe niemals Warteschlangen kennengelernt, ebensowenig wie zum Abwinken volle Vorlesungssäle. Es schien, dass ich die Massenuni, welche erst mein Eintreten in eben diese ermöglichte, immer nur von der bestmöglichen Seite kennenlernen sollte. Philosophie ist schlicht nicht überlauffähig. Mein Wissen setzte sich zunächst einmal aus dem Pflichtkanon der Schule zusammen, welchen ich rudimentär beherrschte. Ich habe Imperium Romanum genossen, mir bei Caeser, dem Demokraten, und Cicero, der Kichererbse schwer getan, aber bei Ovid, Dichter, bin ich durchgefallen. Latein und etwas, das sehr nach Poetik roch war einfach zu viel. Dass meine damalige Frau Latein-Professor mit mir ein offenes Wort über Disziplin gegenüber Lehrkörpern wechselte, zähle ich nicht zu meinen Verdiensten. Viel mehr war ich zumeist mehr auf Seiten derselben, die mich mit ihrem Wissen beeindruckten. Vom Leben, denn dass sie ihren Lehrstoff beherrschten verstand sich von selbst. Latein konnte ich also nicht, hatte aber zumindest schwarz auf weiss, vier, (eigentlich) fünf Jahre damit konfrontiert gewesen zu sein. Deutsch war auch immer lustig gewesen. Zum Vor- oder Nachteil traf ich immer auf recht laxe Interpreten, doch der Faust hatte Spuren hinterlassen, auch der Horvath, doch sonst nichts mehr. Vielleicht noch Bachmann, wenn die Bekanntschaft auch oberflächlich blieb. Warum jemand Fische in der Luft schweben liess konnte und wollte ich nicht verstehen, und mit Celan. Erst viel später hab ich erfahren, dass sie mit einer Zigarette im Bett Autodafe gespielt hat. Solche Ding sind viel eher geeignet, Respekt zu verschaffen. Wer nicht abwartet, dass sein Werk nicht nur Anfang und Mitte, sondern auch Abschluss bekommt, und trotzdem bekannt ist, muss verdammt gut sein, das war beinahe nicht mehr aristotelisch. Die immantente Logik sogenannter mathematischer Kurvengleichungen war behaglich, eigentlich wirklich schön, die Kurven, was jedoch keine Gründe waren, die Hausaufgaben zu machen oder über ein unbestimmtes Minimum hinaus im Mathematikunterricht aufzupassen. Es genügt zu wissen, dass manches im Leben schwer zu errechnen ist, sich nichtsdestotrotz manchmal ausgeht. Lieber hätte ich von dem erbarmungslosen Kampf gehört, den Newton, augenscheinlich ein schrecklich einflussreicher Mann, Leibniz geliefert hat, ersterer als Vorsitzender der neu gegründeten Royal Socielty nicht nur Okkultismusfan sondern was mensch so einen beinharten Naturwissenschaftler nennt. Da ihm die Principia Mathematika eh schon Ruhm sicherte, konnte er nicht wenigstens die elendige Differenzialrechung auf Leibnizen beruhen lassen? Doch so ist es wohl schon immer gewesen: wer hat, will noch mehr, Matthäusgesetz, Bibel, zu Mathildagesetz: Wer arm ist, dem wird noch genommen. - Aber ich verstehe schliesslich auch, warum interessante Streitigkeiten, die die Mathematik plötzlich so human zu machen verstünden, in der Schule ausgespart werden: Einerseits ist es schon eine beachtliche Leistung, uns Kinderchen das ABC des kleinen Einmaleins nahezubringen, sammt all der Hoch- und Tiefpunkte, andererseits ist dafür nach der elementaren Schulausbildung noch genügend Zeit, und es kann wahrlich nicht gesagt werden, dass niemand von diesem Angebot gebrauch machen würde. Schliesslich ist das Rechnen auch im weiteren Leben unentbehrlich. Einmal war ich in einer Bank gewesen, um im elterlichen Auftrag Geld zu beheben. An die Summe kann ich mich nicht mehr erinnern, es waren aber recht viele Scheine. Als die Kassiererin diese vor meinen Augen von den anderen abtrennte, konnte ich mangels anderer Beschäftigungen nicht umhin, still mitzuzählen. Zu meinem grossen Erstaunen überreicht sie mir die Summe aber nicht sofort danach, sondern wollte das Geld noch einmal mit mir durchzählen, ein Usus der anscheinend verpflichtend zu sein scheint. Auf meine Beteuerung, das sei nicht nötig, ich hätte schon beim ersten Abzählen mitgezählt, schien sie beleidigt und meinte, das sei ganz und gar unmöglich gewesen (bei ihrem Tempo, meinte sie). Da ich niemanden in ihrem Glück beeinträchtigen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Schultern zu zucken, worauf die Prozedur zum Vergnügen aller Beteiligten wiederholt wurde. Seitdem bin ich jedenfalls mit einer Eigenschaft mehr, auf die ich stolz sein kann, durch die Welt gegangen. Es gang sehr einfach, eigentlich, ich zählte nur bis 10 und merkte mir die einzelnen Zehnerschritte, man kann den 10er noch in 5er aufteilen und dann beim 10er ein virtelles Hackerl in Geiste machen, rythmus machen, ta-ta, locker machen, oder mit den Fingern, tausend Methoden gibts und ich habe, da Lego-Baukonstrukteur, immer sehr, sehr viel gezählt, unbewusst, und bewusst machen konnte ich mir das erst viel später. Das Zählen ist in der Tat sehr wichtig, auch bei der Mengenlehre, welche ein wesentlicher Bestandteil der formalen Logik ist, welche von Volksschulbeinen an geübt und wahrscheinlich deswegen den Gymnasiasten erspart wird, in der primitiven Form des Äpfel und Birnenzählens. Vielleicht ist es auch nur weise Voraussicht, denn Logik ist etwas für Angelsachsen, höchstens noch für Informatiker, aber nichts, womit auf einer so ehrwürdigen Stätte wie der Universität Vienuvo Staat zu machen wäre, prof. hhs Lektion, pater panther modern des Komputerraums des Instituts. Logik wird hier von seltsamen Käuzen, und/oder von Ausländern, Deutschen, Amerikanern meist, gelehrt, die dann versuchen, diese mit ihren Zöglingen kurzzuschliessen, in dem sie etwa das transitive Verhältnis von Antigone und Ödipus herausstellen, d.h. Ficken über den Kopf des Vaters, möglicherweise schon gemordet, hinweg, oder aber die substitutio salvae veritate “Der Morgenstern ist der Abendstern“, also die Venus, immerhin eine Leistung der Babylonier, erwähnen. Na gute Nacht, oder besser: Hut ab! Sonstige Naturwissenschaften sind mir auf den Wecker gegangen. Ausser für die Relativitätstheorie, die in den praktischen Auswirkungen durchaus erstaunlich, dagegen in der rechnerischen Ausführung unmöglich war, konnte ich mich durchaus für die Evolutionstheorie begeistern. Denn was für einen Zweck sollte es schon haben, die konkurrierende Schöpfungstheorie zu behandeln, die eh jeder von Kindesbeinen an auswendig kennt, ich aus Kinderbüchern, zum Beispiel der Wal und Janos oder so, der war cool leuchtend gepinselt, grosses Coverbild, er schon im Walbauch, zum fürchten war das. Angeblich hat Darwin ja von den sozialen Gegebenheiten seiner Zeit auf die Entwicklung des Lebens geschlossen. Sei es wie es will, jedenfalls schien mir damals ein Fakt bemerkenswert: Das Leben erzeugt immer mehr, als notwendig wäre. Ein Satz, den ich seitdem hinlänglich bestätigt gefunden habe. Anders wäre es auch gar nicht einzusehen, warum ein einziger Mutant jeweils so weite Verbreitung finden könnte: Er vermehrt sich einfach wie die Pest, welche mittlerweile auch in ihrer Rolle als Motor der Entwicklung erkannt wird. Man spricht neuerdings in gewissen Salons von Bakterienteppichen, zum Beispiel in und um den Rachenbereich, überall eigentlich, eigenartiges Substrat, das Bakterien produzieren und in welchem sie leben, sich reproduzieren, und über Botenstoffe kommunizieren, Schutzzeltschlick, Schleim. Ja, alle Kriege können so erklärt werden, mit der schlichten Tatsache der Überreproduktion. Schliesslich kann man nicht von Vernünftigkeit auf Zurückhaltung schliessen. Eine Aussetzung des Urteils, bis etwas adequateres passiert, tieferes Verständniss zum Beispiel, das wär alles noch zu sehr Sache der Vernunft allein. Wie ein chinesisches Sprichwort schon sagt: In der Not werden Schweine zu Prinzessinnen, eine profane Binsenweisheit, die hierzulande viel vornehmer mit dem fliegenfressenden Teufel wiedergegeben wird. Doch gänzlich wird mich die Evolutionstheorie erst überzeugen können, wenn sie technisch reproduzierbar gemacht wird. Dabei spreche ich nicht von einfachen Computerprogrammen der Art Spiel des Lebens u.ä., sondern von ansgewachsenen Maschinen - Mutanten, mögen sie auch Milbengrösse haben. Aber es war nicht Neal Stephenson, der ein witziges und unserer Zeit in gewisser Weise vielleicht sogar angemessenes Zen-Koan formuliert hat, sondern ein gewisser Ken Wilber: Hat ein Computer Buddha-Natur? - Bei meinem jedenfalls will ich es bezweifeln, er kann sich ja nicht einmal entscheiden, ob er unter Windows oder unter Linux schlechter laufen will. Der philosopische Einführungsunterricht gereichte meiner Schule durchaus zur Ehre. Nicht nur wurden wir erstmalig mit einer Wissenschaft konfrontiert die nicht vorgab, unsere Speicher mit noch mehr an Wissen füllen zu wollen, sondern die sich darüber hinaus nicht schämte, auch Fragen offenlassen zu wollen, sei es aus einem Unvermögen oder Zeitmangel, sei es aus einem gewissen Desinteresse heraus. Uns wurde die absurde Situation des Sisiphus geschildert, das verstand ich gleichsam sofort und ohne darüber nachdenken zu müssen, die immer wieder erneut angestrengte und jedes mal aufs neue vergebliche Bemühung, einen Stein den Berg hinauf zu rollen. Das Höhlengleichnis bedurfte schon einer grösseren Abstraktionsleistung, denn es ist nicht ohne weiteres einzusehen, warum Menschen ausgerechnet in Höhlen gefesselt leben und diesen Zustand auch noch normal finden sollten. Bei Kant hatte ich dann den ersten intellektuellen Aussetzer, doch bestand ich auf ausführliche Erläuterung, bis alles sass. Heute weiss ich, dass dieser Aussetzer bloss ein grammatikalischer war, denn trotz der Einführungen in Deutsch, Englisch und Latein war es mir bis dahin noch nie einleuchtend gewesen, warum eine Kategorisierung wie Subjekt und Objekt von irgendeinem Interesse ausserhalb der Grammatik, und die wurde nur bei Schularbeiten und Tests gebraucht, sein sollte, und wie sie denn überhaupt wirkte und griff, das alte Problem von Verb, Zeit- und Hauptwort, Substantiv, und erst auf der Universität wurde mir bestätigt, dass mein Miss- und Unvertrauen in diesen Dingen kein Hirngespinst gewesen war, sondern sozusagen ernsthafte und würdige philosophische Probleme der moderneren Zeit anbetraf. Wobei ich keinesfalls behaupten will, ich wäre deswegen damals in dem seligen Zustand eines Einsseins mit den Dingen gestanden, vorausgesetzt, sowas ist überhaupt möglich (Denn das bestritt doch der gute Kant, der alte Herätiker. Nun, er lebte ja in einer Zeit der tiefsten Dunkelheit, und ein Aufstieg der Aufklärung war noch lange nicht in Sicht. Kurz nachdem er sein berühmtestes Buch geschrieben hat, beschlossen viele, dass, nachdem nur einer würdig gewesen war, über ihre Freiheit zu herrschen, sie lieber doch nicht frei sein wollten und den Weg von er Revolution zur Restauration gingen, nachdem eine Million Franzosen für unsere modernen Bürgerrechte gestorben sind. Aber auch das wird später zu erörtern sein). Ich tat mir bei Kant sehr schwer einzusehen, warum ein Tisch nicht einfach ein Tisch sein sollte wenn wir die Religion einmal ausser acht liessen, die ganz eigene jenseitige Welten postulierte, und damit basta. Warum musste sich da ein mysteriöses Ding an Sich einmischen, welches noch niemand gesehen hat und nach kantscher Prognose niemals jemand zu Gesicht bekommen würde? Das einzusehen bereitete mir solche Schwierigkeiten, dass ich beschloss, soferne ich bislang noch irgendwelche Zweifel gehabt habe, Philosophie zu studieren. Vielleicht war der späte Zeitpunkt bezeichnend. Nachdem ich den Zustand der übrigen Wissenschaften zum besten bestellt wusste, konnte ich mich nicht davor drücken, dort anzupacken, wo es augenscheinlich noch so manches Missverständniss gab (Heute weiss ich, dass genau das Umgekehrte der Fall ist: es scheint doch die Philosophie die einzige unter den Wissenschaften zu sein, die keine Probleme hat, ich allein hatte welche. Oder Lösungen, sagen wir es mit dem Künstler der ready-mades Marcel Duchamps: eigentlich gibt es die Lösungen ja nicht, weil c´est le monde sans probleme, oder so, frei übersetzt, es gibt keine Probleme). Die Versuche, des Professors des korrespondierenden Wahlpflichtfaches, mich für Kolakowski, meinen Landsmann, zu begeistern schlugen fehl. Seit jeher hatte ich ein tiefes Misstrauen gegen den Kommunismus gefasst, und für mich gab es damals keinen Saulus, der zu einem Paulus werden konnte: Entweder-Oder, wie eine Figur aus Asterix einmal gesagt hat. Jedenfalls ging ich damals streng nach Einstein: das Ding an Sich war Energie (eine platte Auffassung, die eines Philosophen unwürdig ist, wie mir später gesagt wurde, doch auf dem Geschichtsinstitut kam ich damit durch). Im übrigen war ich damals gerade eben an eine Weltauffassung geraten, die zwar zunächst wissenschaftlich dokumentiert wurde, ihre Wirkkraft jedoch hauptsächlich in der Lebenswelt entfaltete. Die Vorgeschichte dazu ist schnell erzählt: In meiner zweiten siebenten Klasse, der vorletzten, die für mich auch im übrigen ein Segen war (die frühere hat bei den Schulwahlen, einer durchaus spasshaften Parallelaktion zu den Nationalratswahlen, wir hatten grad sehr publizistische Kameraden, eine erstaunliche Antizipation des Wahlerfolges der Freiheitlichen von 99 vollzogen wenn nicht übertroffen) lernte ich Bej kennen, und über Bej die Kinder der ehemaligen Kommune des Ottomanen, und auch einige Erwachsene. So sehr ich mit der Zeit die damals schon vergangenen Methoden der Kommune selber für ziemlich zweifelhaft zu halten gelernt habe, was nicht aussergewöhnlich ist in einer Welt der kriminellen politischen wie auch wirtschaftlichen Systeme, so sehr lernte ich die daran Beteiligten als interessante Menschen kennen und schätzen. Jedenfalls schloss ich Freundschaft mit ihnen und durch Edo wurden mir Die Lehren des Don Juan von Carlos Castaneda empfohlen. Ich verstehe bis heute nicht, warum meine Freunde so genau wissen, was für mich verdaulich ist und was nicht. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwar eine rudimentäre Vorstellung von Zen und so, doch witterte ich hinter allem, was nicht Wissenschaft war sofort einen Pfaffen (Was im übrigen kein Grund war, etwa den Religionsunterricht zu schwänzen, doch Grund genug für Zweifel). Also sah ich in all diesem, ob Religion oder nicht, Esoterik im pejorativen Sinne des Wortes, abwertend, und bis heute tue ich mir schwer damit dieses Wort anders zu gebrauchen. Andererseits vertraue ich meinen Freunden fast vorbehaltlos und schlimmstenfalls war es wieder ein Roman mehr, und davon konnte ich eh niemals genug bekommen. Die Lektüre von Castanedas Büchern entfaltete sich zu einer der schlimmsten Süchte seit Karl May, dessen gesamtes Ouvre ich fast auswendig kannte, bevor ich die Volksschule verliess. Es war auch schlimmer als meine Leidenschaft für Frank Herberts Wüstenplanet (mit diesem hatte es zumindest den Eintrag im Handbuch der Rauschdrogen als einschlägige Literatur gemeinsam), eine Si-Fi-Sage von sechs Bänden und es war schon gar nicht vergleichbar mit der Flusswelt der Zeit, oder der schier endlosen Mark Brandis Saga, alle frei verfügbar in dieser herrlichen öffentlichen Bibliothek, welche sie später noch schön ausgebaut hatten, und wo ich auch die Herr der Ringe Bände auslieh, es gab auch erstaunlich viele Noname-Romane, welchen ich dann zu meinem Erstaunen in Filmen wiederbegegnete, so die Geschichte dieser konkurrierende Indiana Jones Asien Saga etwa, die mit Tom Selleck gefilmt wurde. Jedenfalls galt, je mehr Bände ein Werk umfasste, desto lieber war es mir. Die Lehren des Don Juan umfassten damals immerhin 9 Bände und ich ruhte in dieser Spätphase meiner voruniversitären Büchervernarrtheit nicht, bis ich alle kennengelernt hatte. Langsam erst verstand ich die Faszination, die davon ausgeht. Castaneda beschreibt darin seine Lehrzeit bei mexikanischen Schamanen.
Bislang hatte mir die Wissenschaft als Religionsersatz gedient und besonders die Science Fiction. Ich kannte Stanislav Lem, Douglas Adams, Brunners Morgenwelt, Do Androids dream of electric Sheep, die Neuromancertrilogie und anderes. Von Asimov las ich nur "Der Mann von drüben", die iRobot - Vorlage, und ich schaute lediglich kurz in Lems Robotermärchen rein, ich fand sie damals allen Ernstes zu kindisch! Was für eine späte Entdeckung der Iion Tichy dafür war! Carlos Castaneda war eher schon der Fantasy- Literatur zuordenbar, da kannte ich durchaus weniger, es war eine neuere, eigentlich erst durch Tolkien entstandene Gattung. Aus dem Gedächtnis schrieb ich zwei Texte thematisch dazu. "Wege mit Herz", auf English, liess es von meinen englischen Mädis kurz durchschauen, und den "Tisch", schon auf der Uni, fast reine Nacherzählung, overcrossed mit Deleuze/Guattari - Philosophie:
Das Bild Don Juans: der Tisch, ein Ausgangspunkt. Unser Bewusstsein stellt sich als Tisch in einem Restaurant auf. So ein Tisch wird bevölkert, von Geschirr, Gewürztöpfen, Kerzen, was Man will. Angenährt aber ist das Ganze des Tisches den anderen Tischen des Restaurants. Die Anordnung auf den einzelnen Tischen mag variieren, sie ähneln sich im Ganzen. An diesen Tischen wird gegessen, parliert, "heterogene Serien" (d/g) Essen – Sprechen, Sprechen – Ficken, und was man sonst will. Man mag über den Gegenständen kontemplieren (d/g), über den Tisch oder das Restaurant (die vielgepriesene Distinktion der Klassik – "Man sagt nicht guten Tag, Theodoros, wenn Theaitetos vorübergeht", aus d/g). Man mag über die Gegenstände reflektieren (Kant – die Richterin), man man über sie diskutieren (Husserl). Man kann aber auch den Tisch ordnen, das Urteil über die Dinge aussetzen. Man stellt die Dinge zusammen und entdeckt, dass eine grosse Fläche übrigbleibt. Die nunmehrige Anordnung der Dinge auf dem Tisch wird uninteressant. Es ist egal, ob man sie ins rechte oder linke Eck stellt. Die Fläche ist da, und man kann sich überlegen: sich daraufstellen (um wieder eine Rede zu halten?), oder drauflegen, um ein Schläfchen zu halten? Man kann sogar unter den Tisch kriechen. Aber immer sieht man nur das Restaurant, wie es die Gewohnheit unserer Zeit diktiert. Die leere Fläche zwingt zum Denken. Ein Lichtbild unter anderen. Man wird aus dem Restaurant hinausgezogen. Mitsamt dem Tisch, man kann ihn am Buckel tragen - "die kleine Krankheit" (Schriftstellerkrankheit, nach d-tbc/g). Um dem Restaurant zu entkommen pflanzt man den Tisch im Gebirge auf. Ein kleiner Tisch der schlecht zu unterscheiden ist inmitten der Wüste der Berge. Und da entdeckt man, dass man am Tisch klebt. Alles rundum ist unmenschlich. Die kleine Krankheit reicht nicht mehr. Oder klebte der Tisch an einem? So beginnt man, da man mit dem Tisch zusammen nirgends mehr hingehen kann, die Umgebung zu erkunden. Die wenigen, zerrauften wilden Pflanzen die am, beliebigen, Standpunkt des Tisches wachsen. Man legt sich auf den Tisch und beobachtet die Pflanzen darunter, und die Steine, das Holz, das Moos und das Wasser in den Lacken. Allmählich lernt man, sich einige Schritte weit vom Tisch wegzubewegen. Man wird mutiger, doch der Tisch ist klein und gerät leicht ausser Sicht. Doch darf man den Tisch nicht verlieren, denn wie sollte man sonst in das Restaurant zurückgehen können, wenn nicht als Tisch? Und manchmal will man zurück ins Restaurant, wenn man sich nicht mehr auskennt, wenn das Chaos der Berge zu stark wird. Und wenn man nunmehr auf dem Tisch tanzt, fragt man sich: Wer ist das, der da tanzt?
Das war auch schwierig: die jugendlichen Besäufnisse, Vron und Castaneda auf eine Reihe zu bekommen. Ich war noch nicht reflektierender Paradoxymane (frei nach Deleuze, Logik des Sinns). Auf der Uni hatt ich auch sonst viel Spass, ich wechselte bald in eine Fächerkombination. Ich arbeitete viel, was blieb mir anderes übrig, aber erst die Studiengebühren schmissen mich aus dem Uni-Rythmus. Lakmus. Rausmus. Aber das war viel später. In der Zwischenzeit begegnete ich sehr vielen faszinierenden Frauen. Unter den beeindruckendsten war Bebe.
Ich hatte mir damals einen guten Job rausgesucht, wir fuhren Komputerputzend duch ganz OstÖsterreich. Auch den Teemeister Helmji lernte ich dabei kennen, als Arbeitskollegen bei Pictobello . Wir sahen von den Sporen bis zum Caput eines Betriebes die gesamte Vertikale eines Betriebes während nur eines Tages. Sehr lustig war der junge Profilchef, damals noch Ecke Schwedenplatz, wie er freudeübermannt von seinem Hund begrüsst wurde, als wir oben zur Sache gehen, man sieht ihm richtiggehen dabei an, es ist im peinlich, sich sowohl über die im geschenkte allgemeine Aufmerksamkeit zu freuen, als auch, diese Freude spielen zu müssen. Und mit Bebe begann seit dem Zeitpunkt unseres ersten Aufeinandergeratens eine lange Bekanntschaft. Es gab da eine Szene, die mir besonders im Gedächtnis verblieben ist.
BEBE 2001 (NS 2003)
In der Mittagspause verteilten wir uns auf zwei Tische im Gastgarten des McDonald´s, irgendwo am Land. Ich setzte mich zu den Mädchen und kam ausgerechnet neben Coeli, am Bankende, zu sitzen. Im Profil erinnerte ihr Gesicht mit den bleichen Wangen und dem starken Kinn ein wenig an eine hie und da glitzernde Mondsichel. Neben ihr sass Bebe, meine angebetete Bea, und gegenüber von uns waren Alla und die Schwangere Ama, die nicht ganz genau wusste, wer der Vater ihres Kindes war. Eigentlich hätte ich mich zu Chef Robert, Jana, ihrem Freund und dem Tiroler gesellen sollen, aber mich drängte es zu der Schar der lustigen, jungen Mädchen aus der Rudolf Steiner Schule, die mir so bunt vorkam, obwohl wir alle die uniforme blau-weisse Arbeitskluft anhatten. Proustianisch unterscheidbar waren sie, in interessant, möglich, interessant, verändernd. Seit Coeli in die Firma gekommen war, trug sie ihre Missachtung was mich betraf, aber auch gegenüber den anderen, offen zur Schau. Sie war (überhaupt oft grantig und) gerade dabei sich von ihrem Freund zu trennen, der einiges älter war als sie und viel trank. Das erfuhr ich aber erst später. Vor allem hatte sie natürlich schon längst meine zunehmend gelähmte und impotente Begeisterung für Bebe mitbekommen, für ihre verschleierten Augen und ihren meistens leicht kokett lächelnden Mund. Es hatte etwas von, war aber eindeutig verschieden vom Verlieben, auch von nur Begehren, irgendwie. Wie sagt ich später zu ihr: weil wir uns so ähnlich sind! - Denn gleich am ersten Tag unserer Bekanntschaft bin ich Bebe, nach unserer gemeinsamen Arbeit, beinahe kühlen Blutes, um ihr, wie selbstverständlich, nahe zu sein, in die U-Bahn gefolgt, aber sie hatte einen Freund. Nur einmal war mir so etwas bis dahin passiert, mit demselben Ende des Wegs (sie hiess Kwiatkowska, aus der Slawistik, der Reiz der Polinnen..). Mit Alla, deren Mutter einmal ein Puff betrieben hatte, verstand ich mich gut, auch wenn unser Verhältnis eher sachlich war, sie selbst verstand sich „ideell“ als Mongolin, ich auch. Da sass ich nun an ihren Tisch und wie üblich glänzte ich als zerstreuter Hanswurst. Alles was ich tat, war dümmlich in die Runde zu grinsen. Für Coeli war offenbar klar, dass, solange ich da war, es nicht lustig werden konnte. Bis dahin hatte sie mich nur mit verachtenden Blicken und Schweigen bedacht oder über mich die Nase gerümpft. In ihren Augen war ich ein hoffnungslos Verlorener und durch und durch unmännlich und so versuchte sie mich (sehr) bald mit einem (ziemlich eindeutigen) offensichtlichen Schubs und einem Kopfwinken zu verscheuchen. Ich tat, als ob ich nichts merkte, (wollte ich doch unbedingt bei ihnen sitzen), es erschien mir ganz wunderbar ihren hellen Stimmen und Körpern zu lauschen. Es war wie die Situation des 30jährigen Gymnasiasten am Frühstückstisch der "modernen Pensionärin" in Ferdydurke von Gombrowicz, als die Verachtung der "jungen Pensionärin" unübersehbar geworden, und dadurch die Sticheleien der "gesamten Familie" gegen ihn auf dem Höhepunkt angekommen waren. Es fehlte nur noch das erlösende Wort, der Gegenschlag. Kurz, ich war durchwegs ein dostojewskischer Idiot im Kreise der Jepantschins.
Nun geschah es, dass Coeli die Geduld mit mir endgültig riss. Schliesslich hatte ich mich nicht nur unaufgefordert zu ihnen gesetzt, sondern meine Anwesenheit wirkte sich tatsächlich lähmend auf die wilden Mädchen aus. In meiner lauernden Gegenwart konnte man einfach nicht über ´coole´ Dinge palavern. Sie warf mir, nachdem sie mich ja schon wegzustubsen versucht hatte, mit einem Mal mit beinahe gequälter Miene, (ich quälte sie!) meine Unpassentheit vor, und ob ich denn gar nichts verstehe und mich nicht lieber woandershin setzen wollte. (Aber sie hatte deutlich genug gesprochen.) Aber ich blieb. Denn ich war durch die Gegenwart von Bebe und Alla so glücklich, und wie süss Ama mit ihrem beginnenden Bauch, dass ihr Stich wieder nicht durchdrang. Dazumal ich Coeli selbst sehr interessant fand, was sie durchaus wusste und sie in ihrer Herablassung mir gegenüber noch befeuerte. Und so erwiderte ich ruhig und mit einem Schalk in den Augen, über den Tisch gebeugt, beinahe hochmütig, dass ich durchaus verstehe, dass sie mich hier bei ihnen nicht will, und dass ich aber vorziehe der Aufforderung nicht Folge zu leisten so wie mir auch der erste Wink, der Schubs, nicht entgangen sei, aber ich einfach zu gerne bei “euch Mädels“ sitze. Mit dieser nonchalanten Unbekümmertheit ob ihrer Gemeinheit, einer Ignoranz die an Dreistigkeit grenzte, nahm ich ihr augenscheinlich völlig den Wind aus den Segeln, denn sie blickte mich nur starr und irgendwie verblüfft an, als ob sie sich das beim besten Willen nicht erwartet hätte und ihre Gehirnwindungen zur Reevaluation der Lage erst neu einklinken müsste. Ich hatte mit gedämpfter Stimme über meinem fastfood, sie wenig anblickend, gesprochen und wollte mich wieder dem Essen zuwenden, nicht ohne auf etwaige Reaktionen gespannt zu sein. Doch bevor Coeli noch etwas erwiedern konnte, lachte Bebe plötzlich laut auf, ihr schallendes, dennoch auch gutmütiges Mädchenlachen kontrastierte stark die gedämpfte Stimmung im landlichen Gastgarten. Sie klatschte mit beiden Händen auf Coelis Schenkel, wie um durch den Kontakt zur Freundin diese für ihr Lachen zu entschuldigen, denn schliesslich ging es auf deren Kosten, und legte schliesslich, da sie nicht zum Lachen aufhören konnte, ihren Kopf in Coelis Schoss und barg ihn in ihren Händen. Coeli liess es starr über sich ergehen. Man konnte Bebe unmöglich böse sein, sie war ein so fröhliches Mädchen und bekundete ja gleichzeitig Sympathie für ihre Freundin und Verständnis mit dem Opfer. Und während sie noch krampfartig versuchte ihrer Heiterkeit Herr zu werden und immer wieder “Oh Coeli, oh Coeli“ keuchte, dabei ihre Freundin liebevoll beklapste und streichelte, brach es aus Alla, die dem Treiben bislang mit böser Miene gefolgt war, wie im Stakkato hervor: “Also das ist wahr mich empört es wie du zu allen so unhöflich sein kannst an allen hast du was auszusetzen ich hab dich noch überhaupt nie ein gutes Wort sagen hören du beleidigst alle und entschuldigst dich nie es ist als ob du alle hassen würdest ....“ und so fort. Und wie Bebe nicht aufhören konnte zu lachen, so schien es als ob Alla nicht mit dem Schimpfen fertig werden würde. Die Vorwürfe prasselten auf die regungslose Coeli, die noch immer kein Wort sagen konnte. Es schien, als ob sie angespannt einer eigenartigen Lektion lauschen würde, einem schizophrenen Vortrag, der darin bestand, ihr in das eine Ohr Lachen, in das andere Ohr Schimpfen, einzuflössen. Und daneben ich, als Zeuge. Mich erstaunte die Heftigkeit von Allas Zornausbruch und völlig unverständlich war mir, wie man so einen unaufhörlichen Schwall an Vorwürfen so ad hoc produzieren konnte. Mein Triumph war perfekt. Die Karten waren neu gemischt. Ich verkündete, dass ich mich nun vielleicht doch an den anderen Tisch setzen wolle. Und während Bebes Lachen langsam an Stärke verlor stand ich auf und kehrte Allas Geschimpfe, das mir immer mehr wie ein unerträglicher Lärm erschien, wir sassen uns direkt gegenüber, den Rücken. “Ich hab wohl was falsches gesagt.“ – mit diesen Worten setzte ich mich vis-a-vis zu Robert, unseren Chef, der mir mit fragender, leicht beunruhigter Miene entgegensah. “Also ich versteh´ auch nicht, was er immer daherredet.“ – sagte er in die Runde und sah mich verständnislos an. Jana guckte böse, d.h. Gelangweilt, die Jungs guckten kurz, schauten weg. Von diesem Tag an wurde ich von Coeli geschätzt. Nicht nur, dass sich unser Verhältnis normalisierte, sie begegnete mir plötzlich mit einer erstaunlichen Sanftmut, weihte mich in Geheimnisse ihres Lebens ein und erzählte viele Geschichten über ihre Freunde. Mit einem Wort, wir waren Freunde geworden. Ich verliess die Arbeit aber bald, wollte zwar neben meinem neuen Druckjob auch weiter mit ihnen arbeiten, etwa zwei mal im Monat, aber es ging sich nicht aus, die neue Arbeit nahm zu viel Zeit in anspruch. Und Bebe kehrte bald nach Salzburg zurück, meine süsse Mozartina. Coeli als Teamleaderin blieb noch , arbeitete und drängte und wurde, mit Jahresabstand, auf der Akademie der Künste aufgenommen. Bebe schilderte mir Jahre später später ihre Gefühle während dieser Zeit des Computer-Putzens bei Pictobello: Einmal etwa hat sie uns, als eine mögliche Teamleader- Anwärterin, über den langen, durch geöffnete Türen markierten Gang hinweg gerufen: "Janus, Alla, Ama!" - Und sie erzählte dazu mit einer Wendung die ihr lieb war: "Ich war so verschreckt, dass ich nur noch grinsen konnte!" - Kein Wunder, denn schliesslich war das der Ruf einer möglichen Vorgesetzten gewesen. Ihr klang es wahrscheinlich wie ein Gottesurteil. Ich nicke: "Allah akbar .. Mohammed rasul..oder so" - Sie nickt heftig, irgendwie konnte ich mich an die Szene erst allmählich erinnern. Warum pointierte sie es so, es war zu lustig! Kein Wunder auch, dass sie beschloss, künftig sich anders zu behelfen, als sich als Vorgesetzte aufszuspielen, ein Rolle die einfach nicht zu ihrer lachende Nonchalance passen wollte.
A Pro Pos Ereignisse 2001: Die Amis in USA, unweit der Nips
Neuerdings scherze ich, um die hiesigen Landsleute zu unterhalten, die Amerikaner seien Indianer, mit ihrer komischen quäkenden Sprache, die mich so fasziniert. Damals 11/01, nach der Arbeit, ich hatte die Arbeit gewechselt, die lustige Mädchenrunde verlassen, war jetzt in einer Männerrunde, Druckerabteilung, wo das aeroplan-maritime Schlamassel, Mutter rief mich gleich an, auf dem kollegialen Webbrowser sogleich zu bewundern war, mit Ton aus dem Radio, wartete ich um 12 oder um 2 auf den (Nacht-) Bus, als eine Bande ausgelassener Amis lärmend in diese Stille der Wassernähe, einer von ihnen wurde in einem Einkaufswagen geschoben, vorübereilte, von einem Eck zum anderen, in dieser Penny-Gegend, leere, gähnende weisse Nächte in Asphaltschwarz, der ganze grosse Platz bei der Brücke, Umstieghäfchen bim-bahn-Bus. Ich spürte ihre verzweifelte Anstrengung, sich zu amüsieren. Gleich schoss ich einige Gedanke auf sie ab: Selbst Schuld, Idioten, u.ä.; Sofort wurden sie aggresiv, wie Viecher die sich bedroht fühlten. Ich beachtete sie nicht weiter, sie beruhigten sich. War ich aus dem Häuschen!
WKII - Zum 20. April zumsammenkompiliert. Die Hitlermarionette Englands-Frankreichs. Und weil die Juden mit das Beste waren, was Deutschland hatte, mussten sie vor allem aus den europäischen Stammlanden verbannt werden. Reine, unschuldige bürgerliche Machtpolitik. Denn gerade eben war Deutschland, das alte Rom, eine Art Demokratie geworden. Dumme Zeiten. (noch fiktiverer Zusatz: Kein Wunder also, als dann im vierten Rom (USA, oder 5tes?) erwogen wurde, Deutsch als Amtsprache einzuführen.) Aber Englisch ist eindeutig süsser, wenn auch Deutsch rein ästhetisch tiefer ist, weil es mehr Zeit hatte. Die Engländer waren dazu auf See, wie sollte man da gross sprechen, wenn einem das Wort noch im Mund verweht wird; english = Philosophensprache; Deutsch = Poetensprache. Und als die Engländer eine ganze Welt hatten wollte sie noch mehr und zerstörten ihre Vormachtstellung im englischen (II) Weltkrieg. und die Franzosen (Kondition des frz. Fin de Siecle siehe Dostojewskis Tagebücher), an ihrem Geld hängend, machten mit. Sie schickten ihre Polenschanis vor, um den Krieg offiziell zu eröffnen (Achtung! grob inkorrekt, aber sehr lustig). Und die Juden starben aus Liebe und Mitgefühl zu den Grossen, Engländern. Wer sich anschickt, die ganze Welt zu vereinigen, kann leicht der Korruption des Mehr-Haben-Wollens erliegen, denn er hat per se, wenn erfolgreich, die Oberhand. Siehe Amis: Sie haben das Schisma des Sozialism (Sozialsims) niedergerungen, jetzt sind sie grössenwahnsinnig. Wie repertiert man Lord Sowieso auf der Geschichte: Macht macht korrupt, absolute Macht macht absolut korrupt, das hört sich auf Deutsch fast schöner als im englischen Orginal an. Man gibt ja den Herrschern (Vergeschwistern, grossen Umverteilern, das nach Richard Harris) ja buchstäblich alles, selbst sein Leben, allein dafür, dass sie diese Bürde auf sich nehmen, verzeiht man ihnen selbst den grössten, unvermeidlichen(?) Missbrauch. Das Interregnum des kalten Kriegs, d.h. Zeit ohne neues Rom, die Zersplitterung, musste aufhören. (Na und als die Alt- Antisemiten Neuenglands aufstanden, um Atari zu vernichten. Ray Kassar vs Nolan Bushnell, lustig, literarisch). Ein wahrlich Ungeglücktes Bewusstsein (entstanden aus dem Versuch, bei Cal-mi gelesenes hegelianisches "malheureuse conaissance" zu übersetzen? Zu frz.lernen), zu Sartres Entsprechung mauvais fois oder ähnlich, Kampitslektion (oder so, unglückliches Bewusstsein).
Der Telepath - geile Esoterik.
Nachdem Vron weg war, stürzte ich mich so richtig in die Wissenschaften. Schon kurz darauf war ich der Universität verfallen; naja, sie ist ja auch eine Frau: Alma Mater Rudolfina 1365. Meine langjährige Braut, auch sie habe ich später verlassen. Kein Wunder, dass ich mich nach ihr wieder stärker für andere Frauen interessierte. Vielleicht war das genau die Lektion, die ich noch zu lernen hatte, nicht die eine gegen die andere auszuspielen, bzw. in der einen Trost wegen der anderen zu suchen. Frauen sind ja lustig. Über die Seltenheit der Männer vergessen sie auf ihre Freundinnen. Das hat mir Nati gesteckt, unter anderem. Sie, die Kartenleserin, die Männerförderin mit der Mannshohen Magic Wand (Zauberstab), die uns an einigen Geheimnissen partizipieren lässt, einige, immer von ihr selbst Handverlesene. So betrügen die Frauen also ihre Freundinnen, freudig, da von der Seltenheit angestrahlt. Pech, aber Glück für uns, sonst gäbe es kaum noch Freiraum. Wie sagte sie: Keine Freundschaft! - Ich sage: Teile und herrsche, das alte Spiel der Patriarchen, wie langweilig.
Bald nachdem ich Student geworden war, gewöhnte ich mir endgültig an, unter freiem Himmel prinzipiell eine Kopfbedeckung zu tragen. Das war ein normaler Usus unter meinen Kousins, und schon früher hatte ich hie und da, oft, Kappen getragen, Barets probiert, alles unter ihrer liebevollen Aufsicht. Für Berets war mein älterer Kousin Mico Myo, ein grosser Fan des "Green Beret" Spiels, zuständig, für Kappen mein jüngerer, Krim Woy. Nie werde ich meine Larry Bird- Kappe vergessen, die er geerbt hat. Eigentlich war ich von Berets mehr eingenommen, doch fand sich nie ein passendes, und extra habe ich mir nie eins gekauft. Erst beim Bundesheer durfte ich als Jäger endlich mein "Green Beret" tragen, doch Ironie des Schicksals, hatte ich dort immer mit den Kopfbedeckungen zu kämpfen. Sei es weil wir eine kleine Kaserne in Kagran waren oder aus anderen Gründen, während meines gesamten Präsenzdienstes fand sich nie ein Kappe, die ganz auf meinen Kopf gepasst hätte, ausser sie war dehnbar. Zwar hatte ich in der Tat lange und abstehende Haare, ich vermute aber, dass die Bekleidungs-UOs genau meine Eitelkeit gespürt haben und mir deswegen ständig Kappen gaben, die zu klein waren. Ich trug sie dennoch mit dem ganzen Stolz, den ich ob dieses Schönheitsfehlers imstande war aufzubringen. Deleuze jedenfalls, der Vampir, war der Philosoph mit dem Hut. Und den langen Fingernägel. Wie Vron angewidert gestöhnt hat, als ich ihr von meinen Abenteuern in Sachen spitze lange Fingernägel erzählte, die ich mir während des normalen Bekauens derselben einmal einfallen liess. (Die Kappen waren mitunter ein wichtiges Versatzstück für den Unfug der Alltagstelepatie. Ein Gefühl.) (Ein Student, in einer Zeit der mässig betriebenen Menschenrechte, begann um seinen Verstand zu fürchten.)
Erstes Erlebnis
Als ich das erste Mal so unsanft aus meiner sicher scheinenden Festung der eigenen, ganz privaten Gedanken gerissen wurde, dachte ich mir nichts dabei. Schwerlich konnte ich damals schon daran gezweifelt haben, dass Gedanken frei sind. Es geschah eines Tages auf der Strasse am Nachhauseweg gen Abend, dass ich mir mal wieder über das Wesen und die Natur der Menschen ungerichtet Gedanken machte, als mir der Satz durch den Kopf ging, ich wunderte mich so manches mal: “Die Menschen sind doch komisch.“. Und gerade in dem Moment rief sichtlich erbost ein Mensch, der sich auf der anderen Strassenseite an einem Kleinbus zu schaffen machte, aufschauend, in meine Richtung, er sah mich über die breite Strasse, es war eigentlich der Elternleinpatz, direkt an: “Komisch!“, und es klang wie “Unfug!“, es klang, als ob er mich nachäffen wolle, mir die Dummheit meiner Gedanken zu Ohren bringen wolle. Zweifelsohne hatte ich mich verhört. Denn sicherlich hatte ich kein lautes, sondern höchstens ein kleinlautes Selbstgespräch geführt. Oder war es einer dieser Zufälle gewesen, die bekanntlich vieles vollbringen können, was aber, selbst bei sorgfältigster Planung, willentlich unmöglich zu erreichen ist? Jedenfalls war das Erlebnis für mich so unwichtig, dass ich es sicher bald vergessen hätte. Es gab so viele andere Gedanken die sich mir aufdrängten, weiss der Teufel, und sie hatten durchwegs mit realeren Erlebnissen zu tun. Überhaupt gab es wenig, das mich ernsthaft verstören konnte. Ich führte das zum einen auf mein Alter zurück, eine gewisse Abgebrühtheit, die mit der Gewohnheit und der allmählichen Abkühlung der Nervenbahnen zunahm. Zum anderen aber, und dem mass ich im Zusammenhang mit meiner Gelassenheit mehr Bedeutung zu, war es das Resultat langer Übung der Konzentration und des Selbstbewusstseins, ahh, dhyana. Niemand erwartete mich, als ich meine kleine Wohnung im 16ten betrat und so begrüsste ich nacheinander einige Gegenstände wie sie in den Blick traten, hallo Rucksack, aha der Herr Regenschirm, nahm die Kappe, auf der in Grossbuchstaben NYC stand, ab, vor nicht allzu langer Zeit, es konnte sich nur um Monate handeln, hatte ich eine Kappe mit der Aufschrift <Bubble Gum> verloren, sie war Magentafarben, zartrosa auch und ich liebte sie sehr, wenn auch nicht so sehr wie das Mädl, mit dem ich sie zusammen verloren habe, entledigte mich der restlichen Strassenkleidung und schaltete den PC ein, gespannt auf Korrespondenz. Endlich allein, dachte ich mit Baudelaire, vorbei die Tyrannei der Menschengesichter. Ich nahm mich nicht ernst, genoss die Stille der Wohnung, die nur durch das Gelichter der erleuchteten Fenster gegenüber gestört wurde. Richtige Vorhänge bräuchte ich, nicht diese fadenscheinigen Deko-Girlanden, die abends, wenn das Licht brannte, nichts verdeckten, oder so zumindest hatte ich jeden Abend das Gefühl. Ich wunderte mich über meine Nachbarn vis-a-vis, einem wohlsituierten Pärchen in einer grossen Wohnung, die auf Vorhänge grösstenteils verzichteten, ich war jedoch in diesem Sinne kein Voyeur. Es war keine Post da und ich legte mich bald mit einem Buch ins Bett. >Ich gehe mit Dostojewski ins Bett<, scherzte ich dabei, lau. ( Damals gab es noch keinen NintendoDs- Gameboy, den man im Bett liegend einhändig bedienen konnte, könnte ich heute, bei der Korrektur scherzen.) Und so ging für mich ein Tag zu Ende und ich ahnte nicht, dass ich die Manifestation eines seltsamen Phänomens erlebt hatte, das mich noch lange in Atem halten würde.
Bestätigung
Das Erlebnis beschäftigte mich weiter. Wenige Tage danach besuchte ich eine Freund, P, einen Bohemien, der wilde, farbenfrohe Bilder malte, die zumeist ein Netz ineinander verwobener, annährend geometrischer Gestalten aus kräftigen, farbigen Pinselstrichen darstellten. Persönlich hatte ich die Bilder recht gerne, sie befriedigten meinen ästhetischen Sinn, obwohl mir sonst das Abstrakte fern stand. Wir führten schon lange Verhandlungen eines seiner Bilder betreffend, es fiel ein bischen aus dem gesamt-Oeuvre heraus, ein Buch, deren Blätter (zer)flatterten. Er wollte sich partout nicht davon trennen, nicht um meinen Preis. P führte das relativ ausgelassene Leben eines jungen Erben, der es sich leisten konnte noch nicht an die Zukunft zu denken, und die Gegenwart mit geistigen Getränken und Gedanken anregend zu gestalten. Wir plauderten ein wenig, doch wollte kein anregendes Gespräch zustande kommen weil wir uns längere Zeit nicht gesehen hatten und beide in eigene Probleme vertieft waren. Ich verabschiedete mich deshalb bald und dann passierte es: Während ich im Vorzimmer die Schuhe schnürte dachte ich, gedanklich schon wieder bei meinem neuen Phänomen: “Vielleicht kann ich meinen Wahn ja positiv sehen. Möglicherweise gehöre ich einer anderen, neuen Art von Menschen an.“ – “Also das brauchst nicht zu glauben.“ – ertönte darauf sogleich, barsch, die Stimme meines Freundes, der hinter mir aus dem Wohnzimmer aufgetaucht war. “Nein, nein, glaub ich eh nicht.“ – Erwiderte ich beim Aufstehen. Die Worte entfuhren mir ganz unwillkürlich, bevor ich noch daran denken konnte, dass wir gerade ein Gespräch geführt hatten, das keinen anderen Gegenstand, als nur meine nicht laut geäusserten Gedanken, hatte. Ich stolperte aus dem Haus auf die Allee und erblickte die jungen Birken, die hier am Übergang vom Stamm zur Krone seltsame knollenartige Verdickungen aufwiesen. Irgendwie beruhigten sie mich. P hatte mich einmal auf diese Verkrüppelung aufmerksam gemacht und gemeint, dass sein Elternhaus nicht zufällig hier stand. Mein Blick ruhte weiterhin auf den seltsamen Bäumen, während ich mich vom Haustor meines Freundes entfernte. Ich blickte die Allee entlang und scheute ein bisschen vor den wenigen Passanten. Was, wenn auch sie meine Gedanken erraten konnten? Es passierte jedoch nichts. Und auf dem Nachhauseweg, aus Sentimentaliät streifte ich den Wurstelprater zumindest mit den Blicken, kehrten meine Gedanken immer wieder zu diesem erneut sehr merkwürdigen Ereignis zurück.
Reflexion, Vijana
Wenn das eine Form von Geisteskrankheit sein sollte, dann fand ich sie nicht sehr spassig. Trotzdem beunruhigte mich die Vorstellung nicht. Am wahrscheinlichsten schien es mir aber, dass es eine Form von Überspanntheit war, und im schlimmsten Fall die Wahnvorstellungen eines kränkelnden Geistes. Immerhin meditierte ich seit einiger Zeit, nach der Zen – Methode, genauer gesagt nach einer Methode, die sich auf das Zählen der Atemzüge beschränkte, SOTO-ZEN wurde es genannt, eine von den zwei grossen, |